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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s5.1

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s5.1

Language
German

c33.s5.1

--- Auf die Anwendung und Geschichte der einzelnen Arzneimittel näher einzugehen, hiesse eine Geschichte der indischen Botanik, Mineralogie, Pharmacie und Chemie schreiben, wozu hier der Raum fehlt. Ich darf auf das reiche Material in Watts Economic Products of India, Hoernles B., Garbes Indische Mineralien und anderen in § 17 angeführten Werken verweisen. Im Allgemeinen scheint der Gebrauch von Mineralien als Arzneistoffe stetig zugenommen zu haben, besonders gelangte das Quecksilber (*pārada*) zu dem Ruf eines Universalmittels, das sowohl äusserlich gebraucht wurde, in späterer Zeit besonders für Syphilis, als auch innerlich. Eine ganze Litteraturgattung über *rasa* entstand (§ 3), worin allerdings auch über andere Metalle und Mineralien, wie Schwefel, Gold u. a. gehandelt wird. Daher heisst das Quecksilber *rasendra*, *rasarāja*, *rasanātha* »der König der Metalle«, in dem Rājanighaṇṭu werden ihm 33 verschiedene Namen beigelegt¹. Auch bei den Asketen war der Genuss eines Quecksilberpräparats (*rasapāna*) zur Verlängerung des Lebens üblich, und die Philosophie entwickelte (spätestens im 14. Jahrh.) ein Quecksilbersystem (*raseśvaradarśana*)². In B. kommt das Quecksilber noch nicht vor, auch bei Su. S. A. wird es als *rasendra*, *pārada* nur einige Male erwähnt, ob C. es kennt, ist zweifelhaft³. Jedenfalls finden sich das Reinigen (*śodhana*) durch Erhitzung und darauf folgende Eintauchung in gewisse Flüssigkeiten und das »Töten« (*māraṇa*) d. h. Calciniren oder Pulverisiren des Quecksilbers und andere metallurgische Processe, die es zur pharmaceutischen Verwendung geeignet machen sollen, in diesen alten Werken noch nicht erwähnt.