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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s5.2

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s5.2

Language
German

c33.s5.2

Watt⁴ lässt die Frage offen, ob die Inder vor oder nach den Arabern die medicinischen Wirkungen des Quecksilbers erkannt hätten. Es ist aber doch wohl, da die Calcination des Quecksilbers erst in der mohammedanischen Epoche auftritt, anzunehmen, dass sie aus der arabischen Alchemie stammt, in der das Quecksilber eine so grosse Rolle spielt. Aus Arabien erhielten die indischen Ärzte auch das Opium, das erst seit dem 16. Jahrh. in Indien gebaut wird, vorher aus Arabien importirt wurde⁵. Die Bezeichnung des Opiums als *ahiphena* »Schlangenschaum« ist offenbar nur eine volksetymologische Umgestaltung des älteren *aphena*, *aphīma*, *āphīna*, *āphūka*, und diese Ausdrücke gehen auf eine der arabischen Umgestaltungen (gew. *afyun*) des griechischen ὄπιον zurück, kommen auch erst in späteren Werken wie Madanavinoda, Rājanighaṇṭu, Ś., Rasendrasārasaṃgraha, Yogaratnakara vor, während C. Su. S. A. das Opium noch nicht kennen. Es wird ihm eine verstopfende und narkotische Wirkung zugeschrieben (*grāhin*, *mohakṛt*), weshalb es besonders für Durchfall (*atisāra*, *grahaṇī*) empfohlen wird⁶.