Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s8.1
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s8.1
- Language
- German
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— Schon B. 1, 51 stellt den Grundsatz auf, dass der einsichtige Arzt stets und bei allen Krankheiten zunächst auf die Regelung der Verdauung Bedacht zu nehmen hat und erst nachher auf die Heilung des Leidens ausgehen soll. Nach C. 1, 25, 14 ist richtige Ernährung die einzige Ursache des Gedeihens eines Menschen, schädliche Nahrung die Ursache der Erkrankung. Daher spielen die Mastkuren und die dazu dienenden Mittel (*bṛṁhaṇa*, *tarpaṇa*), andrerseits die Fastenkuren und die Mittel zum Magerwerden (*laṅghana*, *apatarpaṇa*) eine wichtige Rolle, namentlich aber werden alle Nahrungsmittel, feste und flüssige, gruppenweise aufgezählt, mit Angabe ihrer medicinischen Eigenschaften und Wirkungen, ihres Geschmacks und ihrer natürlichen Temperatur (warm oder kalt). Fleisch zu geniessen wird nicht principiell untersagt wie in der religiösen Litteratur, aber ähnlich dem Standpunkt der Smṛtis und der Aśoka-Inschriften (»Recht und Sitte« § 59) nur der Genuss von Wildpret und Wildpretbrühe (*jāṅgalarasa*) empfohlen. Ferner sollen von Vögeln besonders die *viṣkira* »Scharrer« gegessen werden, d. h. Wachteln, Francoline, Sperlinge, Pfauen, Wildhühner, Rebhühner u. dgl., von Fischen der Rohita (Cyprinus Rohita); auch das Fleisch der Sumpftiere (*ānūpa*), in erster Linie der Büffel, wird häufig gerühmt. Dagegen soll man Schweinefleisch, Rindfleisch und die meisten Fische gar nicht oder wenigstens nicht regelmässig geniessen (*na śīlayet* C. 1, 5, 5).
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Auch gegen den Genuss geistiger Getränke (*madya*), der in den Smṛtis als Todsünde erscheint, nehmen die medicinischen Werke keine ablehnende Stellung ein und warnen nur vor dem Übermass (§ 92). Nach Su. sind alle *madya* sauer von Geschmack, regen den Appetit und die Verdauung an, vermehren die Galle und vermindern Schleim und Wind, führen ab und reinigen die Blase, wirken erheiternd u. s. w. Es werden gegohrene Getränke aus Trauben, Datteln, Sirup, Reis, Gerste und anderen Pflanzenstoffen unterschieden und jedem derselben besondere Wirkungen zugeschrieben. Über die mit Arzneistoffen versetzten Liqueure s. § 25, über die Verwendung des Branntweins zur Narkose bei Operationen § 27. Als das wichtigste Nahrungsmittel erscheinen die verschiedenen Getreidearten, besonders Reis, von dem eine grosse Menge Varietäten aufgezählt werden; die wichtigsten sind der Winterreis (*śāli*), besonders der rote Reis (*raktaśāli*), dem eine krankheitheilende Wirkung zugeschrieben wird, der »sechzigtägige Reis« (*ṣaṣṭika*), der im Sommer in den Niederungen reift, und *vrīhi*, der Reis der Regenzeit. Nach dem Reis werden Gerste, Weizen, Bohnen, Erbsen, Linsen, Hirse und andere Getreidesorten genannt, die geringeren Arten bezeichnet Su. als schlechtes Getreide (*kudhānya*). Weitere Gruppen (*varga*) bilden die Früchte, die Gemüse, die Knollenfrüchte, die Kräuter (Ingwer, der schon in B. gefeierte Knoblauch u.
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a.), die Salze, die zubereiteten Speisen (Reisbrühe, gekochter Reis, gerösteter Reis, Schleim, Kuchen, saure Speisen u. a.), ferner die Flüssigkeiten, wie Wasser, Milch, Öl, Melasse, Buttermilch, zerlassene Butter, Honig, Urin (in Arzneien), der schon erwähnte Branntwein u. a. Das beste Wasser ist Regenwasser, das man im Herbst sammeln und das ganze Jahr hindurch geniessen soll; gesundheitsschädlich ist dagegen durch Blätter oder Schlamm verunreinigtes, übelriechendes oder -schmeckendes Wasser. Das Zuckerrohr wird auch roh genossen, namentlich aber werden dem ausgepressten Saft, gekocht oder ungekocht, dem Sirup und dem Zucker medicinische Wirkungen zugeschrieben. Von den Ölen wird namentlich Sesamöl als Nahrungsmittel wie zu Arzneien (äusserlich und innerlich) viel gebraucht. Über Salz, Milch und Urin s. § 22. Eingehend wird auch der Trunk nach der Mahlzeit (*anupāna*) erörtert. So wirkt nach C. bei Erschöpfung durch Fasten, Gehen, Sprechen u. s. w. Milch als *anupāna* wie Ambrosia; magere Leute sollen Branntwein nach der Mahlzeit geniessen, um dick, dicke Honigwasser, um mager zu werden. Ferner werden die *viruddha* d. h. nicht zu einander passenden und daher bei Combination schädlich wirkenden Speisen und Getränke aufgezählt, so besonders Fische mit Milch. Als gewöhnliche Kost empfiehlt C. 1, 5, 6 Reis (*ṣaṣṭika* und *śāli*), die Bohnenart *mudga* (Phaseolus Mungo), Steinsalz, Myrobalanen, Gerste, Regenwasser, Butter, Wildpret und Honig (C. 1, 27; Su. 1, 20; 1, 45 f.; S.
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1, 6 f.; 1, 9 f.; A. 1, 5 f.; Bh. 1, 1, 272 ff.; Rājanigh.). Die Quantität der Nahrung ist der Verdauungskraft anzupassen (C. 1, 5 u. a.). Es gibt nur zwei tägliche Mahlzeiten, am Morgen und am Abend.