Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s8.1.2
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s8.1.2
- Language
- German
c33.s8.1.2
Auch gegen den Genuss geistiger Getränke (*madya*), der in den Smṛtis als Todsünde erscheint, nehmen die medicinischen Werke keine ablehnende Stellung ein und warnen nur vor dem Übermass (§ 92). Nach Su. sind alle *madya* sauer von Geschmack, regen den Appetit und die Verdauung an, vermehren die Galle und vermindern Schleim und Wind, führen ab und reinigen die Blase, wirken erheiternd u. s. w. Es werden gegohrene Getränke aus Trauben, Datteln, Sirup, Reis, Gerste und anderen Pflanzenstoffen unterschieden und jedem derselben besondere Wirkungen zugeschrieben. Über die mit Arzneistoffen versetzten Liqueure s. § 25, über die Verwendung des Branntweins zur Narkose bei Operationen § 27. Als das wichtigste Nahrungsmittel erscheinen die verschiedenen Getreidearten, besonders Reis, von dem eine grosse Menge Varietäten aufgezählt werden; die wichtigsten sind der Winterreis (*śāli*), besonders der rote Reis (*raktaśāli*), dem eine krankheitheilende Wirkung zugeschrieben wird, der »sechzigtägige Reis« (*ṣaṣṭika*), der im Sommer in den Niederungen reift, und *vrīhi*, der Reis der Regenzeit. Nach dem Reis werden Gerste, Weizen, Bohnen, Erbsen, Linsen, Hirse und andere Getreidesorten genannt, die geringeren Arten bezeichnet Su. als schlechtes Getreide (*kudhānya*). Weitere Gruppen (*varga*) bilden die Früchte, die Gemüse, die Knollenfrüchte, die Kräuter (Ingwer, der schon in B. gefeierte Knoblauch u.