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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c34.2

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c34.2

Language
German

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und Schleim (*śleṣman*, *kapha*). Krankheit oder Kranksein wird als Störung der *doṣa*, Gesundheit als normaler Zustand oder Gleichmässigkeit der *doṣa* definirt (A. 1, 1, 20). Ohne Schleim, Galle und Wind sowie Blut kann der Körper nicht bestehen, sie erhalten ihn stets (Su. 1, 21, 1). Der gewöhnliche Name *doṣa* »Fehler« zeigt, dass es sich dabei eigentlich um gestörte oder im Übermass vorhandene Säfte handelt; der Name *dhātu* charakterisirt sie als Grundstoffe des Körpers. Der Wind ist trocken, kalt, leicht, fein, beweglich, klar und rauh, die Galle fettig, heiss, scharf, flüssig und scharf, der Schleim schwer, kalt, mild, ölig, süss, fest und schleimig; durch Dinge (Arznei- und Nahrungsmittel) mit entgegengesetzten Eigenschaften werden sie vermindert und geheilt (C. 1, 1, 30). Im späteren Lebensalter herrscht der Wind, im mittleren die Galle, in der Kindheit der Schleim vor; das gleiche Verhältnis betreffs des Vorherrschens eines der drei Grundsäfte besteht in Bezug auf Ende, Mitte und Anfang des Tages, der Nacht und der Verdauung (S. 1, 1; A. 1, 1, 8). Die Grundsäfte durchdringen und erfüllen den ganzen Körper, doch hat der Wind seinen Hauptsitz unterhalb des Nabels, die Galle zwischen Herz und Nabel, der Schleim oberhalb des Herzens (l. c.). Von Wind werden gewöhnlich 5 Arten unterschieden: 1. *udāna* im Hals, geht aufwärts und bewirkt das Sprechen, Singen u. dgl.

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und bei Störung besonders die Krankheiten, die oberhalb des Schlüsselbeins (im Hals und Kopf) ihren Sitz haben. 2. *prāṇa* im Herzen, der aus dem Mund kommende Hauch, der die Speisen hineinbringt und das Atmen bewirkt, bei Störung Schlucken, Asthma und ähnliche Krankheiten. 3. *samāna* im Magen und Darm, bei dem Verdauungsfeuer, kocht die Speisen und zerlegt sie dann in ihre Elemente (Chylus, Excremente, Urin u. dgl.), bei Störung bewirkt er Verdauungsschwäche, Durchfall und Leibesanschwellung. 4. *apāna* im Unterleib, treibt die Fäces, den Urin, Samen, die Menses und den Fötus nach unten und bewirkt bei Störung die gefährlichen Leiden der Blase, des Afters, Samens, sowie Harnruhr. 5. *vyāna* im ganzen Körper, bewirkt die Verteilung der Flüssigkeiten, macht Schweiss und Blut fliessen und bewirkt das Gehen, das Öffnen und Schliessen der Augen u. s. w. Nach S. A. Bh. beruhen auf *vyāna* auch die Körperfunctionen der Bewegung, der Füllung mit Speisen, die Zurückhaltung der Ausscheidungen u. s. w., während nach Su. (D.) diese Functionen sich unter die fünf Arten von *vāyu* verteilen. Durch Störung von *vyāna* entstehen die den ganzen Körper ergreifenden Krankheiten, durch gleichzeitige Störung der 5 *vāyu* geht der Mensch zu Grunde (Bh.). Auch von *pitta* gibt es 5 Arten: 1. *pācaka*, *paktikṛt* zwischen dem Magen und Darm, bewirkt die Verdauung und die Ausscheidung des Chylus und des Harns und Kots; 2.

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*rañjaka*, *rāgakṛt* in der Leber und Milz oder im Magen, färbt den Chylus und macht ihn zu Blut; 3. *sādhaka* im Herzen, bewirkt Einsicht, Entschlossenheit, Gedächtnis; 4. *ālocaka* in den Augen, bewirkt die Sehkraft; 5. *bhrājaka* in der Haut, gibt der Haut Glanz und saugt Salben auf. Von *śleṣman* gibt es die 5 Arten: 1. *kledana* im Magen, befeuchtet die Speisen und die anderen Sitze des Schleims im Körper; 2. *avalambana* im Herzen, bewirkt Festigkeit der Glieder; 3. *rasana*, *bodhaka* in der Zunge, vermittelt den Geschmack; 4. *snehana*, *tarpaka* im Kopf, ölt und erfrischt alle Sinnesorgane; 5. *śleṣaṇa* in den Gelenken, macht die Gelenke geschmeidig (S. 1, 20; A. 1, 12; Bh. 1, 1, 28 ff.; Su. 1, 15). An gewissen Merkmalen kann man erkennen, welcher der drei Grundsäfte bei Jemand vorherrscht. So sind Menschen mit vorherrschendem Wind zum Wachen geneigt, gefrässig, Gottesläugner, zum Singen und Scherzen, zur Jagd und zum Streit aufgelegt, lüstern nach süssen, sauren, scharfen und heissen Speisen und Getränken, sehr geschwätzig, unbeständig, diebisch, nicht liebebedürftig oder kinderreich, mager, gross, von schwacher, stockender, zitternder oder rauher Stimme, hässlich u. s. w. Gallige Menschen sind kühn, stolz, gesittet, rein, einsichtig, klug, unbeliebt bei den Frauen und nicht verliebter Natur, geniessen süsse, zusammenziehende, scharfe und kalte Dinge, träumen von Blitz, Feuer u.

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dgl., sind zum Schwitzen geneigt, übelriechend, haben braunes Haupthaar und wenig Leibhaare, werden frühzeitig grau u. s. w. Menschen mit einem Übermass von Schleim sind einsichtig, zuverlässig, gläubig, rechtlich, sprechen keinen Schimpf aus, sind geduldig, dankbar, geniessen scharfe, zusammenziehende, heisse, trockene Dinge, aber nur in kleinen Quantitäten, träumen von mit Lotusblumen bedeckten Teichen und von Wolken, haben viel Samen und viele Söhne und Diener, lange Arme, eine volle und breite Brust, hohe Stirn, dichtes und dunkles Haar u. s. w. (Su. 3, 4; S. 3, 8; A. 3, 3). Zu- oder Abnahme der normalen *doṣa* ruft krankhafte Erscheinungen hervor (Su. 1, 15). Sie hängt besonders von der Ernährung ab, so machen saure Nahrungsmittel Galle, süsse Schleim, scharfe Wind (C. 1, 27, 3).