Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s1.2.3
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s1.2.3
- Language
- German
c35.s1.2.3
Hat sie nach Ablauf der drei Tage das übliche Reinigungsbad genommen, frische Kleider und Schmuck angelegt, so ist es wichtig, dass sie sogleich ihren Gatten zu sehen bekommt, da ihr Sohn dem ersten Mann gleichen wird, den sie nach dem Reinigungsbad erblickt. Der ehelichen Beiwohnung geht eine die Erzielung männlicher Nachkommenschaft bezweckende Ceremonie (*putrīya vidhi*) voraus, die dem *garbhādhāna* der Smṛtis und Gṛhyasūtras entspricht. So wird dabei wie dort (vgl. Speijer, Jātakarma p. 18) der Mantra RV. 10, 184, 1 gesprochen. Ein Priester (*ṛtvij*) steckt in ihre Vagina eine Spende für Prajāpati (C. 4, 8, 6—9; Su. 3, 2, 23; S. l. c.; A. 2, 1, 28ff.). Das eheliche Lager soll der Mann zuerst mit dem rechten, die Frau mit dem linken Fuss besteigen. Bei der Zeugung wird das Menstrualblut (durch die erzeugte Wärme) aufgelöst, wie Butter im Feuer schmilzt (Su. 2, 2, 32). Der Samen ist von wässriger, das Menstrualblut von feuriger Beschaffenheit, doch sind auch die anderen Elemente (Erde, Luft und Wind) darin enthalten. Bei der Vereinigung von Mann und Weib treibt der Wind die (durch die Berührung ihrer Organe erzeugte) Hitze aus dem Körper heraus, dann tritt durch die Verbindung von Hitze und Wind in Folge der freudigen Erregung (*harṣa*) der Samen aus, gelangt in den Mutterschoss und verbindet sich mit dem Menstrualblut. So entsteht, indem als 6.