Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s2: § 43. Pflege des Neugeborenen
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s2
- Language
- German
§ 43. Pflege des Neugeborenen
c35.s2.1
Gleich nach der Geburt reinige man das Kind von der Eihaut und gebe ihm Steinsalz und Butter in den Mund. Hierauf folgen Handlungen, welche die Wiederbelebung des durch den Geburtsact angegriffenen, hilflos zappelnden Kindes zum Zweck haben, entsprechend der »Belebung« (*āyuṣya*) der Gṛhyasūtras¹. So werden an den Ohren des Neugeborenen zwei Steine aneinander gerieben, die Ohrwurzel mit kaltem oder warmem Wasser benetzt, Balā-Öl auf das Kind ausgegossen, ein mit Butter getränktes Tuch auf seinen Kopf gelegt, an seiner rechten Ohrwurzel ein Spruch ausgesprochen, der den Wunsch enthält, dass es hundert Jahre lang leben möge (C. 4, 8, 39; Su. 3, 10, 9; S. 6, 1, 170; A. 6, 1, 1—4). Nach C. (l. c. 40) findet die Reinigung des Kindes erst nach der Wiederbelebung statt, und die Verabreichung von Salz und Butter dient als Brechmittel (*prachardana*). Wenn das Kind sich ermuntert hat, umschnüre man die Nabelschnur acht (vier, S. A.) *aṅgula* (Fingerbreiten) weit vom Nabel mit einem leinenen Faden und schneide sie mit einem scharfen Messer ab; dann hänge man (um Ausfluss zu verhindern, D.) das Ende des Fadens dem Kinde locker um den Hals (C. 4, 8, 40; Su.; S. l. c.; A. 6, 1, 5). Wenn der Nabel des Kindes schmerzt, reibe man ihn ein und besprenge ihn mit einem Pulver. Wird die Nabelschnur nicht richtig behandelt, so können schmerzhafte Krümmungen des Körpers, Schnappen nach Luft und andere Leiden (Tetanus? s. u.) entstehen. Daher ist der Neugeborene mit milden, den Wind und die Galle beruhigenden Salben, Einreibungen, Besprengungen und Butter zu behandeln. Hierauf ist die Ceremonie des *jātakarman*² zu vollziehen, dann gebe man dem Kind in vorschriftsmässiger Weise Honig und Butter zu essen, hierauf in gleicher Weise zuerst die rechte Brust zu trinken, dann stelle man einen mit Mantras besprochenen Krug nahe an seinen Kopf hin. So nach C. 4, 8, 41. Nach Su. 3, 10, 10—12 soll man den Neugeborenen mit kaltem Wasser aufmuntern, dann das *jātakarman* vollziehen lassen und ihn an einer Mischung von Honig, Butter, Anantā(-Wurzel), Brāhmī-Saft und (pulverisirtem) Gold lecken lassen, die man ihm mit dem Ringfinger in den Mund steckt. Hierauf salbe man ihn mit Balā-Öl und wasche ihn mit einem Absud von Bäumen, die Milchsaft geben, oder mit wohlriechendem Wasser, oder mit Wasser, das durch heisses Gold oder Silber erwärmt ist, oder mit einem lauwarmen Absud. Da die Muttermilch bei den Frauen erst nach drei oder vier Tagen auftritt, gebe man am ersten Tag dreimal mit Sprüchen eingesegneten Honig und Butter, vermischt mit Anantā, dem Kind zu trinken, am zweiten und dritten Tag mit Lakṣmaṇā zubereitete Butter, dann (am vierten Tag) Muttermilch mit Honig und Butter, soviel als auf die flache Hand geht, zweimal am Tag. Von da ab soll das Kind nach S. A. so viel Muttermilch trinken dürfen, als es wünscht. Aus S. 6, 1, 170 f. und A. 6, 1, 6 ff. ist noch zu entnehmen, dass man nach der Waschung oder Übergiessung des Kindes auch seine Lippen, Zunge und Kehle mit dem mit einem Baumwolltuch bedeckten Zeigefinger der rechten Hand abwischen soll, worauf die Speisung des Kindes mit einer ganz kleinen Quantität (*hareṇumātra*) von Honig und Butter vermischt mit einem Teig aus gewissen Pflanzen erfolgt, um dem Kind Verstand, langes Leben und Stärke zu verleihen, entsprechend dem *medhājanana* der Gṛhyasūtras³. Die Bekleidung und das Lager des Kindes sei weich, leicht, rein und wohlriechend (C. 4, 8; S. 6, 1; A. 6, 1, 25).
c35.s2.2
¹ Hillebrandt, Rituallitteratur § 13, vgl. Oldenberg, Die Religion des Veda 337 f.
c35.s2.3
² Ähnlich noch jetzt, vgl. z. B. Bose, The Hindoos as they are 22.
c35.s2.4
Eine Reihe weiterer Handlungen hat die Beschützung des Kindes und der Wöchnerin gegen Dämonen zum Zweck⁴. So soll der Arzt die Hütte der Wöchnerin ringsum mit Zweigen umgeben, auch soll man dem Kind damit fächeln, überall in der Hütte Senf und andere Körner streuen, räuchern, täglich zweimal ein Feueropfer darbringen, vor der Namengebung (s. u.) eine Mörserkeule quer vor die Thür legen, ein Bündel von gewissen Zweigen und von Kräutern, welche *rakṣoghna* (Dämonen tötend) heissen, an der oberen Thürschwelle und an dem Kind aufhängen, das (früher erwähnte Wöchnerin-)Feuer unterhalten, ein Brahmane soll zehn Tage lang Sühngebräuche und Gebete verrichten, die erwähnten Frauen sowie Freunde und Verwandte sollen zehn oder zwölf Tage lang wachen, und die Hütte soll mit Gesang und Musik, Speisen und Getränken u. s. w. und frohen Menschen erfüllt sein (C. 4, 8, 42; S. l. c.; Su. 3, 10, 19). Besonders in der sechsten Nacht sollen diese Gebräuche stattfinden (A. 6, 1, 21; S. 172), was dem noch jetzt bestehenden Cultus der Ṣaṣṭhī »Göttin der Sechsten« entspricht, der auf dem an diesem Tag oder etwas später in Folge ungeschickter Trennung der Nabelschnur häufig auftretenden Starrkrampf der Kinder beruht.⁵
c35.s2.5
Am 10. Tag, oder am Tag nach der 10. Nacht, oder am 12. Tag findet das Aufstehen der Wöchnerin und die Ceremonie der Namengebung (*nāmakaraṇa*) statt, die ähnlich wie in den Gṛhyasūtras⁶ beschrieben wird. Neben einem beliebigen Rufnamen erhält das Kind noch einen zweiten Namen, der von der Constellation zur Zeit seiner Geburt hergenommen ist, oder nur den letzteren Namen (C. 4, 8, 45; Su. 3, 10, 20; S. 6, 1, 172; A. 6, 1, 22 f.). Im 4. Monat wird, entsprechend dem ersten Ausgang (*niṣkramaṇa*, *niṣkramaṇikā*) der Smṛtis und Gṛhyasūtras⁷, das Kind aus der Hütte schön geschmückt hinausgetragen, um die Götter zu ehren. Im 5. Monat wird es auf die Erde niedergesetzt, unter Hersagung eines Spruchs, in dem die Erde aufgefordert wird, es wie eine Mutter zu schützen. Im 6. Monat folgt wie nach den Gṛhyasūtras⁸ die erste Fütterung des Kindes mit Reis (*annaprāśana*), hiermit beginnt die Abgewöhnung des Kindes. Im 6.—8. Monat soll ein Arzt ihm die Ohren durchstechen, bei einem Knaben zuerst das rechte, bei einem Mädchen zuerst das linke, worauf an goldenen Reifen befestigte Kleinodien an das Ohr gehängt werden. Wenn dem Kind die Zähne gewachsen sind, soll man es allmählich abgewöhnen und ihm Milch (von Ziegen und anderen Tieren) und leichte, nahrhafte Speisen geben, auch Süssigkeiten u. s. w. (S. 6, 1, 173—5; A. 6, 1, 28—40). Su. 3, 10, 46 (vgl. S. l. c. 175) spricht auch von dem Unterricht, der den Knaben je nach ihrem Stande erteilt wird, sobald sie das erforderliche Alter erreicht haben, und von ihrer Verheiratung, s. § 39.
c35.s2.6
Die Spielsachen des kleinen Knaben sollen bunt, Geräusch machend und unterhaltend sein, sie dürfen nicht schwer sein, eine scharfe Spitze haben, in den Mund des Kindes dringen, sein Leben gefährden oder es erschrecken (C. 4, 8, 56). Überhaupt muss man sich hüten, ein Kind zu erschrecken, oder ihm mit Dämonen zu drohen, auch wenn es ungehorsam ist, weint oder nicht essen will, weil sich sonst die *graha*, die gefürchteten Krankheitsdämonen des Kindes (§ 50), seiner bemächtigen würden. So darf man ein Kind auch nicht plötzlich wecken oder es heftig bewegen, um nicht die Grundsäfte des Körpers zu stören und die natürlichen Ausscheidungen zu hemmen, muss es vielmehr in hundertfacher Weise zu erfreuen suchen. Um einer Verkrümmung des Rückens vorzubeugen, lasse man es nicht immer auf dem Boden sitzen. Man hüte es auch vor Wind, Sonne, Blitz, Regen, dem Schatten eines Hauses, bösen Planeten, Dämonen und anderen Fährlichkeiten und lasse es Amulette tragen. Kinderkrankheiten (§ 50) bekämpfe man mit milden Mitteln, Laxirmittel sind ausser in den schwersten Fällen ganz zu meiden (C. 4, 8, 55—57; Su. 3, 10, 41—5; S. l. c. 173—6; A. 6, 1, 42—50). C. 4, 8, 53 (vgl. S. 173) spricht auch von der Erbauung einer besonderen Hütte für das Kind (*kumārāgāra*) durch einen kundigen Baumeister; sie soll gegen den Wind geschützt, aber nach einer Seite hin windfrei sein, wohl ausgestattet mit Geräten, Wasser, einem Kochplatz, reinlich, frei von Ungeziefer, hell, schön etc.
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¹ Hillebrandt l. c. § 14.
c35.s2.8
² Nach M. 2, 29 und den Gṛhyasūtras findet dagegen das *jātakarman* vor der Abnabelung statt, s. Speijer, Jātakarma 47; Hillebrandt l. c. Nach Ward bei Chevers l. c. 769 pflegen noch jetzt die nach der
c35.s2.9
Geburt, doch vor der Abnabelung stattfindenden Ceremonien zwei Stunden zu dauern. — 3 Hillebrandt l. c. — 4 Vgl. Hillebrandt l. c. — 5 Crooke, Folk-Lore of Northern India (London 1896), 1, 131. — 6 Hillebrandt §§ 15, 17. — 7 l. c. § 19. — 8 l. c. § 20.
c35.s2.10
§ 44. Die Amme. — Die Muttermilch wird als die beste Nahrung empfohlen, um das Wachstum und Gedeihen der Kinder zu befördern. Wenn sie nicht gut ist, muss man eine Amme nehmen (A. 6, 1, 15). Die Amme (*dhātrī*) sei vom gleichen Stande wie das Kind, von Mittelgrösse und mittlerem Alter, nicht zu mager oder zu dick, gesund, von gutem Betragen, frei von tadelnswerten Neigungen und von Habsucht, nicht verkrüppelt oder verwachsen oder (sonst) von abschreckendem Äusseren, reinlich, liebevoll, aus guter Familie, nicht gemein oder eine die gemeine Geschäfte verrichtet, bescheiden, von dunkler Hautfarbe (die für schön gilt), keusch, eine deren Kind lebt, männlichen Geschlechts und gesund ist, und die viele und klare Milch hat. Ihre Brüste sollen nicht zu hoch sein, aber auch nicht schlaff herabhängen, nicht zu mager oder zu voll sein, mit guten Brustwarzen versehen, aus denen das Kind ohne Mühe trinken kann. Eine Hochbusige würde bewirken, dass das Kind den Mund aufsperrt (Maulsperre, Starrkrampf?), eine mit schlaffen Brüsten seine Nase und seinen Mund bedecken, so dass es ersticken muss. Kennzeichen guter Milch sind, dass sie, in ein Wassergefäss entleert, sich mit dem Wasser mischt, kalt, rein, dünn, (weiss) wie eine Muschel ist, (im Wasser) keine Blasen oder Fäden zieht, nicht an der Oberfläche schwimmt oder untersinkt. Bei solcher Milch wächst und gedeiht das Kind, wird gesund und kräftig (C. 4, 8, 47 f.; Su. 3, 10, 21, 26; S. 6, 1, 172). Schlechte Milch schwimmt im Wasser oben, ist dunkelrot, trocken, schaumig, leicht, nicht sättigend, Windkrankheiten bewirkend, von herbem Nachgeschmack, verstopfend u. s. w., wenn sie durch Wind verdorben ist; sie hinterlässt im Wasser gelbe Streifen, ist schwarz, blau oder kupferrot, Gallenleiden bewirkend, sehr warm, bitter, sauer und scharf von Nachgeschmack u. s. w., wenn sie durch Galle verdorben ist; sie sinkt im Wasser unter, ist ganz weiss, süss, von salzigem Nachgeschmack, klebrig, Schleimkrankheiten bewirkend u. s. w., wenn sie durch Schleim verdorben ist (C. 4, 8, 49; Su. 2, 10, 21 f.; S. 6, 2, 177; A. 6, 2, 2—4). Als Hauptursache solcher Störungen der Säfte wird eine fehlerhafte Ernährung der Mutter oder Amme betrachtet (Su. 3, 10, 27 f.; S. l. c.). Die Milch ist ein süsser Extract aus (verdauter Nahrung, der sich aus dem ganzen Körper in die Brüste zieht Su. 2, 10, 16). Durch heftige Gemütsbewegungen wie Zorn, Kummer, sinnliche Liebe, auch durch ungesunde Speisen und Getränke kann die Muttermilch völlig versiegen. Um Milch zu bekommen, muss die Frau Gerste, Weizen, Reis, Fleisch von Sumpftieren, sauren Gerstenschleim, Knoblauch, Fische, Gemüse, geistige Getränke mit Ausnahme von Rum, Milch, Fleischbrühe u. dgl. geniessen; auch Vermeidung von Anstrengungen und Aufheiterung wird empfohlen (Su. 3, 10, 25 f.; S. 6, 1, 172; C. 4, 8, 51).
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Durch schlechte Milch entstehen verschiedene Säuglingskrankheiten, die ein geschickter Arzt an den Symptomen erkennt. Wenn das Kind an irgend einem Körperteil Schmerz empfindet, berührt es denselben immer wieder und weint, wenn andere ihn berühren. Bei Kopfleiden schliesst es die Augen und kann den Kopf nicht aufrecht halten. Bei Herzleiden beisst es sich auf Zunge und Lippen, atmet schwer, ballt die Fäuste und blickt nach oben. Wenn die Eingeweide krank sind, entsteht Harn- und Stuhlverhaltung, Erbrechen, Flatulenz, Kollern im Leib, das Kind wird blass, beisst die Mutterbrust, verkrümmt seinen Rücken und bläht den Bauch auf. Bei Blasenleiden ist der Harn angehalten, mit Schmerzen, Durst, Angst, Verdrehen der Augen und Bewusstlosigkeit. Wenn der ganze Körper krank ist, weint das Kind unnatürlich (Su. 3, 10, 29—32; S. 6, 2, 277; A. 6, 2, 5—8). Husten, Atembeschwerden, Fieber und Erbrechen entstehen, wenn der Säugling aus einer zu vollen Brust, aus der noch keine Milch abgelaufen ist, übermässig dicke Milch trinkt; darum soll man solche Milch meiden (Su. 3, 10, 24; S. 6, 1, 172). Die schlechte Milch der Mutter oder Amme muss durch verschiedene Arzneien »gereinigt« werden, insbesondere werden Brech- und Abführmittel empfohlen, auch muss die Patientin eine bestimmte Diät beobachten (C. 4, 8, 49 f.). Dabei kommt es darauf an, ob das Kind nur mit Muttermilch, oder nur mit Reis, oder mit Muttermilch und Reis genährt wird: im ersten und dritten Fall wird die Arznei der Amme und dem Kind, im zweiten Fall nur dem Kind verabreicht. Der Säugling nimmt die Arznei ein, mit Butter oder Zucker vermischt, oder sie wird als Teig auf der Mutterbrust verrieben, worauf das Kind daran saugt, oder die Lippe des Säuglings (*kṣīrapa*) wird damit bestrichen. Bei Fieber darf man nicht dem Säugling zur Stillung seines Durstes die Brust reichen, auch Abführmittel, Klystiere und Brechmittel sind unzulässig, ausser bei Lebensgefahr. Für gewisse Fälle werden Fett- und Schwitzmittel, Einreibungen, kalte Abgiessungen u. s. w. verordnet; so soll eine schmerzhafte Anschwellung des Nabels, als *tuṇḍi* (»Schmeerbauch«) bezeichnet, mit heissen Umschlägen, eine Entzündung des Afters mit Salben und Arzneien von *rasāñjana* behandelt werden (Su. 3, 10, 33—40; S. 6, 2, 177; A. 6, 2, 9—19). Für besonders schlimm gilt die Krankheit *kṣīrālasaka* (»Milchtrommelsucht«): das Kind bekommt wasserartigen, übelriechenden, schaumigen Durchfall, lässt weissgelben, zähen Urin, leidet an Fieber, Ekel, Durst, Erbrechen, Aufstossen u. s. w. Die Behandlung besteht hauptsächlich darin, dass man sowohl der Amme als dem Kind sofort ein Brechmittel giebt (S. 6, 2, 178 f.; A. 6, 2, 20—4).
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Das erste Anlegen des Kindes an die Brust geschieht in feierlicher Weise. Wenn die Amme oder Mutter süsse, reichliche und reine Milch hat, soll sie sich an einem glückverheissenden Tage des Mondmonats baden und salben, ein weisses, reines Gewand anziehen, gewisse stärkende Kräuter sich auf den Kopf legen, ihr Gesicht nach Osten kehren und das Kind mit nach Norden gewendetem Gesicht an ihrer zuvor gewaschenen rechten Brust trinken lassen, nachdem zuerst etwas Milch aus derselben abgelaufen ist. Dabei ist ein Spruch herzusagen, der den Wunsch ausdrückt, dass das Kind nach dem Genuss der in den beiden Brüsten enthaltenen Milch ein langes Leben erlangen möge, wie die Götter nach dem Genuss von Ambrosia (C. 4, 8, 52; Su. 3, 10, 21—3; S. 6, 1, 172). Nach A. 6, 1, 15 f. bekommt das Kind nicht eine, sondern zwei Ammen.
c35.s2.13
Wenn Brustmilch nicht zu haben ist, gebe man dem Kinde Ziegenmilch oder Kuhmilch, aber nicht viel auf einmal, nach S. mit einer Zuthat von gewissen Wurzeln. Nach 6 Monaten beginnt dann die Reisdiät, s. o. § 43 (Su. 3, 10, 43 f.; S. 6, 1, 173).
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