Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s3.5
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s3.5
- Language
- German
c35.s3.5
wenn aus den früher erwähnten Gründen der Fötus abzugehen droht und Schmerzen in den Genitalien, Hüften, Leisten, der Blase und Blutfluss eintreten, kalte Übergiessungen u. s. w. anzuwenden. Wenn der Fötus sich immer wieder bewegt, gebe man der Schwangeren, um ihn festzuhalten, mit Lotusfasern und anderen (Pflanzen) zubereitete Milch zu trinken. Wenn der Fötus herausdrängt und seine Lage verändert, während zugleich Hitze, Schmerzen in den Seiten und dem Rücken, Blutfluss, Verstopfung und Unruhe im Unterleib eintritt, gebe man ölige und kalte Mittel. Bei starken Schmerzen lasse man sie ein Gemisch von Milch, Zucker und Honig mit verschiedenen Arzneien trinken, bei Harnverhaltung Milch mit Darbhagras u. s. w., bei Verstopfung Milch mit künstlichem Salz, Knoblauch u. s. w., bei sehr starkem Blutfluss gewisse Arzneien mit Honig u. s. w. Wenn man in dieser Weise rasch Mittel anwendet, lassen die Schmerzen nach und der Fötus gedeiht. Wenn der Fötus (als Abortus) abgegangen ist, gebe man ihr dünne Brühen, die mit die Verdauung befördernden Mitteln zubereitet wird, so viele Tage lang als Monate seit dem Beginn der Schwangerschaft verflossen sind. Nach S. 2, 4, 214; A. 2, 2, 6 f. soll man, wenn die Schwangere noch im dritten Monat steht, zunächst abwarten, da in dieser Periode der Fötus leicht abgeht, dann gebe man trockene und kalte Mittel. Bei Abortus soll die Wöchnerin geistige Getränke in grossen Quantitäten geniessen, hierauf Reisschleim. Reisschleim mit verschiedenen Zuthaten gebe man ihr auch, wenn sie die geistigen Getränke verschmäht.