Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s4.3
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s4.3
- Language
- German
c35.s4.3
Nach Su. 4, 15, 6 (vgl. S. 2, 4, 217 f; A. 2, 2, 26—8; V. 869) soll bei Totgeburten (und schweren Entbindungen, Ḍ.) die Schwangere mit gebogenen Beinen auf dem Rücken liegen, die Hüften durch ein untergelegtes Tuch erhöht, der Arzt mit eingefetteter Hand den Fötus herausziehen. Dabei soll er einen mit den beiden Beinen herausgekommenen ausstrecken (und so herausziehen), einem mit dem einen Bein herausgekommenen das andere ausstrecken und ihn so herausziehen, einem in Steisslage herausgekommenen die Steissgegend in die Höhe drücken, die beiden Beine ausstrecken und ihn so herausziehen, bei der Querlage die untere Hälfte hinaufdrücken und die obere nach der Vagina zu in die rechte Richtung bringen und herausziehen, bei seitlicher Neigung des Kopfes die Schulter zurückdrängen und den Kopf herausziehen, bei Vorfall der beiden Arme ebenfalls die Schultern empordrücken und den Kopf herausziehen. Von diesen Lagen (vgl. § 47) gelten die zwei letzten als unheilbar, ein solcher Fötus wird auch als *viṣkambha* (»Riegel«) bezeichnet und muss mit dem Messer (*śastra*) zerstückelt werden. Der Arzt soll der Frau Mut machen und mit einem abgerundeten oder fingerförmigen Messer (*maṇḍalāgra*, *aṅgulīśastra*) den Kopf des Fötus zerstückeln und die Schädelknochen herausziehen, dann (den Rumpf) an der Brust oder Achselhöhle mit einem Haken anfassen und herausziehen, oder ohne Zerstückelung des Kopfes in den Augenhöhlen oder Wangen (den Haken befestigen). Bei Vorfall der Schulter ziehe er den Fötus nach Abschneidung des Arms an der Schulter heraus. Wenn der Leib des Fötus durch Wind aufgebläht ist wie ein gefüllter Schlauch, öffne er ihn, um die Eingeweide herauszunehmen, und ziehe ihn dann heraus. Bei Steisslage zerstücke er die scheibenförmigen Knochen am After. Überhaupt soll der Arzt jeden Körperteil des Fötus, der stecken bleibt, zerschneiden und herausziehen und sich bemühen, die Mutter zu retten (Su. 4, 15, 6ff.; S. 2, 4, A. 2, 2, 29ff.).
Cites (2)
- Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā — Vāgbhaṭa, Sanskrit
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit