Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s10.1
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s10.1
- Language
- German
c36.s10.1
— Durst und Hitze, eine gewöhnliche Begleiterscheinung des Fiebers und anderer Krankheiten, werden auch als selbständige Krankheiten behandelt. Krankhafter Durst (*tṛṣṇā*) besteht darin, dass man trotz unaufhörlichen Wassertrinkens doch niemals Befriedigung erlangt, sondern noch immer mehr Wasser haben möchte (Su.). Der krankhafte Durst beginnt mit Trockenheit des Mundes, der Lippen, des Gaumens und Halses, stetem Verlangen nach Wasser, Hitze, Brennen, Geistesverwirrung, Schwindel, Irrereden. Es folgen Stiche in den Schläfen und im Hals, schlechter Geschmack im Munde, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, gelbe Färbung der Augen, des Urins und der Stühle, kaltes Fieber, Entzündung der Haut, Stimmlosigkeit, Speichelfluss, Brustschmerzen, übermässige Trockenheit, Verlangen nach Kaltem und andere Erscheinungen, je nach der Entstehungsart des Durstes. Hoffnungslos ist der Fall, wenn der Kranke erschöpft, bewusstlos, taub ist und die Zunge herausstreckt. Die Behandlung besteht hauptsächlich in Darreichung von kaltem Wasser mit verschiedenen Zusätzen, Milch und anderen Flüssigkeiten (C. 6, 22; Su. 6, 48; S. 3, 5, 273; 4, 8, 47 f.; A. 3, 5, 45 ff.; 4, 6, 58 ff.; M. 141—4; Vṛ. 16).
Cites (6)
- Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā — Vāgbhaṭa, Sanskrit
- Carakasaṃhitā — Agniveśa (Āyurveda) & Caraka, Sanskrit
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit
- Aṣṭāṅgasaṃgraha — Vāgbhaṭa, Sanskrit
- Mādhavanidāna (Rugviniścaya) — Mādhavakara, Sanskrit
- Siddhayoga (Vṛndasuni) — Vṛndasuni, Sanskrit