Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s10.2
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s10.2
- Language
- German
c36.s10.2
*Dāha*, Hitze oder Brennen, zerfällt in sieben Arten. *Dāha* von Galle zeigt die gleichen Erscheinungen und ist ebenso zu behandeln wie Gallenfieber (§ 51). Die gleiche Kurmethode ist auch bei der von dem Genuss geistiger Getränke herrührenden gefährlichen Erhitzung der Haut anzuwenden. Wenn das überschüssige Blut die Hitze bewirkt, so durchdringt es den ganzen Körper, der Kranke fühlt sich wie gebrannt, sieht rot aus und hat rote Augen. Wer aus Unverstand seinen Durst nicht löscht, empfindet äusserlich und innerlich Hitze, Gaumen, Hals und Lippen sind trocken, er lässt die Zunge heraushängen und zittert. Wenn aus einer Wunde Blut fliesst, so entsteht schwer heilbare Hitze. Unheilbar ist die Hitze, die durch Verletzung eines edeln Teils, wie Kopf, Herz oder Blase entsteht, ebenso die von Schwund der Körperelemente (Auszehrung) herrührende Hitze, ferner (innere) Hitze, bei der die Glieder kalt sind. Zur Heilung gebrauche man Salben, besonders von Sandelholz, oder wickle den ganzen Körper in ein mit sauerem Reisschleim befeuchtetes Tuch ein, kühle den Erhitzten mit Fächern, setze ihn in ein Wassergefäss, besprenge ihn mit Wasser, gebe ihm Zuckersaft zu trinken und gebrauche überhaupt Mittel gegen Galle (M. 158 f.; Vṛ. 19; Bh. 2, 2, 121—4; V. 322 ff.). Über Brennen an den Füssen (*pādadāha*) s. § 89.
Linked texts (2)
- Mādhavanidāna (Rugviniścaya) — Mādhavakara, Sanskrit
- Bhāvaprakāśa — Bhāvamiśra 1550, Sanskrit