Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s2.13
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s2.13
- Language
- German
c36.s2.13
Nahe verwandt mit *agnimāndya* ist *ajīrṇa* »Indigestion«, die veranlasst wird durch übermässiges Wassertrinken, unregelmässige Mahlzeiten, Unterdrückung (von Hunger, Drang zum Stuhl oder Uriniren und anderen natürlichen Regungen), unregelmässigen Schlaf, indem selbst leichte Nahrung nicht verdaut wird (M. 93). Allgemeine Kennzeichen: Müdigkeit, Schwere, aufgetriebener Unterleib, Benommenheit, Zurückhaltung der Winde, Verstopfung oder Durchfall (l. c.). Je nach dem gestörten Grundsaft werden die drei Formen: *āma*, *viṣṭabdha*, *vidagdha* unterschieden. *Āma* »roh, unverdaut«, kommt von Schleim und bewirkt Schwere, Übelkeit, Anschwellen der Wangen und Augenlider und Aufstossen gleich nach dem Essen; *viṣṭabdha* »verstopft«, von Wind, bewirkt Kolik, Flatulenz, mannigfache Windschmerzen, Verstopfung der Stühle und der Winde, Steifheit, Betäubung, Gliederschmerzen; *vidagdha* »verbrannt, verdaut«, von Galle, bewirkt Schwindel, Durst, Ohnmacht, vielfache Schmerzen, saueres Aufstossen, Schweiss und Hitze (M. 91—3; Su. 6, 56, 1). *Ajīrṇa* kann zu Bewusstlosigkeit, Phantasiren, Erbrechen, Übelkeit, Mattigkeit, Schwindel und selbst zum Tode führen. Auch *viṣūcī* (Cholera nostras, § 52), ferner *alasaka* »Trommelsucht, Flatulenz«, charakterisirt durch starke Aufblähung und Spannung des Unterleibs, Geräusch in den Gedärmen, hartnäckige Verstopfung, Durst und Aufstossen, Kolik und Zittern, Schwindel, und *vilambikā* »Verstopfung«, ein sehr schwer heilbarer, doch schmerzloser Zustand, bei dem das Genossene weder nach oben noch nach unten abgeht, werden als Folgekrankheiten von *ajīrṇa* betrachtet (Su. 6, 56; M. 94—6; V. 185, 196 f.; Bh. 2, 2, 24 f.). In den B. 2, 58 ff. für *ajīrṇa* und verwandte Leiden verordneten Pulvern, Pillen u. s. w. erscheinen als Ingredienzen verschiedene Arten von Pfeffer, Asa foetida, trockener Ingwer, *sauvarcala*-Salz, Zimmet u. a.; ähnlich in den späteren Recepten. In allen Fällen von *ajīrṇa* ist es gut, den Bauch mit Asa foetida, Pfeffer, Ingwer und Steinsalz einzureiben und bei Tage zu schlafen (V. 186). Für die Behandlung von *alasaka* und *vilambikā* gelten die gleichen Regeln wie für *viṣūcikā* (V. 199), und so beschreibt schon B. 2, 80—4 die Anfertigung einer »Citronenpille« (*mātuluṅgaguḍikā*), die für *viṣūcikā* und *alasaka* gleich anwendbar ist.
Linked texts (3)
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- Mādhavanidāna (Rugviniścaya) — Mādhavakara, Sanskrit
- Bhāvaprakāśa — Bhāvamiśra 1550, Sanskrit