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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s2.16

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s2.16

Language
German

c36.s2.16

Die oben schon als *vilambikā* erwähnte Verstopfung wird ausführlicher unter dem weiteren Begriff des *udāvarta* abgehandelt, d. h. Ausbleiben oder Zurückhaltung der natürlichen Ausscheidungen und Bedürfnisse wie Winde, Kot und Harn, Thränen und Niesen, Aufstossen und Erbrechen, Samen, Hunger und Durst u. a. (C. 6, 26, 3—16; Su. 6, 55; M. 199—201; V. 464—71; Bh. 2, 3, 12—8). Alle diese Arten von *udāvarta* werden als Krankheitsursachen betrachtet. So führt die Unterdrückung der Stühle zu Flatulenz, *śūla*, Leibschmerzen, Verstopfung, Aufsteigen des Windes, oder die Stühle gehen aus dem Munde heraus (Kotbrechen). Nahe verwandt oder identisch hiermit ist der Zustand des *ānāha* »Verstopfung«. Begleiterscheinungen bei unverdauten Abgängen sind: Durst, Schnupfen, Hitze im Kopf, Magenschmerzen, Schwere, ein Gefühl von Vollsein in der Brust, Aufhören des Aufstossens. Wenn die Abgänge verdaut sind, folgt Steifheit in den Hüften und dem Rücken, Verstopfung und Harnverhaltung, Kolik, Ohnmacht, Kotbrechen und die Erscheinungen von *alasaka* (s. o.). Die Zurückhaltung des nach unten aus dem After abgehenden Windes führt nach M. V. Bh. zu Windkrankheiten, nach Su. 6, 55, 5 f. zu noch schlimmeren Erscheinungen, wie Kolik, Atemnot, Kopfweh, Husten und Schnupfen, Auswurf von Schleim und Galle, und selbst Kotbrechen. Die Verstopfung ist mit Stuhlzäpfchen, Klystieren, abführenden Pillen, Pulvern, Abkochungen in zerlassener Butter, auch mit Schwitzmitteln, Einreibungen, Bädern, abführenden Speisen u. s. w. zu kuriren (C. Su. V. Bh. l. c.; Vṛ. 28 f.; Cd. 185—8).

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