Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s3.2.3
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s3.2.3
- Language
- German
c36.s3.2.3
*udakodara*, *dakodara*, *jalodara* »Wasserbauch« entsteht durch das unzeitige Trinken von kaltem Wasser, indem der Bauch sich, wie mit Wasser gefüllt, stark vorwölbt, so dass er sich wie ein gefüllter Wasserschlauch anfühlt und anhört, mit Durst, Appetitlosigkeit, Ausfluss und Schmerzen am After, Schwäche, Husten und Asthma, Anschwellen der Füsse u. s. w. Dies ist die Bauchwassersucht, die schon in den Vedas von Varuṇa, dem Gott des Wassers, über den Sündigen verhängt wird, auch bei Manu 8, 82 als die »Fesseln des Varuṇa« erscheint, mit denen er den Meineidigen umschnürt. Auch bei den anderen *udara* kann Wasser entstehen, und sie sind dann in der Regel unheilbar, ebenso angeborene *udara*; an *baddhaguda* und *chidrodara* stirbt man meist nach 14 Tagen, von den übrigen *udara* sind die von Wind, Galle, Schleim, Milz, allen Säften, Wasser eines gefährlicher als das andere; verhängnisvolle Symptome sind auch Verbreitung der Geschwulst über alle gefährlichen Stellen des Körpers, die Haut feucht und dünn, Schmerzen in den Seiten, Kräfteverfall, geschwollene Augen, Durchfall und Erbrechen u. a. Wenn die leichteren Mittel erfolglos bleiben, soll bei dem von allen Säften herrührenden *udara* Gift, mit Getränken oder Speisen vermischt, oder in einer Frucht, in die eine zornig gemachte Schlange hineingebissen hat, dem Kranken gegeben werden; doch muss der Arzt hierzu die Erlaubnis seiner Freunde, Verwandten, Gattin, oder der Brahmanen, des Königs, der Guru einholen.