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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c37.s6.4

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c37.s6.4

Language
German

c37.s6.4

Die Heilmethoden für *vraṇa* fallen vielfach mit denjenigen für *śotha*, *śopha* (§ 69) zusammen. Su. 4, 1, 18 nennt 60 Methoden bei *vraṇa*, nämlich Diäthalten, Salben, Begiessung, Warmhalten, Erweichung, Fettmittel, Brechmittel, Purgirmittel, Aufstechen, Aufschneiden, Sondiren, Breiumschläge, Aufstreichen von Öl und Butter, Bestreuen, Räucherung, Einreiben, Erzeugung von Schorf, Ätzmittel, Ausbrennen, Klystiere, Verbände, Nasenmittel u. a. Nach Su. 1, 18 sind bei *vraṇa* zuerst Salben aufzulegen; er unterscheidet *pralepa*, die kalt und dünn sind, *pradeha*, d. h. Breiumschläge, und die besonders empfohlenen *ālepa*, die von mittlerer Stärke sind, wie eine nasse Büffelhaut, und aus einer Mischung von Fett oder Öl und Arzneistoffen bestehen. Sodann kommen Verbände (*bandha*), von denen es 14 meist nach ihrer Form benannte Arten gibt, wie *kośa*, Scheide oder Ei, ein mit Arzneistoffen gefüllter Verband an den Gelenken des Daumens und anderer Finger; *svastika*, von der Gestalt eines *svastika* (kreuzförmig), an den Gelenken, Augenbrauen, Ohren u. s. w.; *maṇḍala*, kreisförmig, an runden Körperteilen; *yamaka*, doppelt, an doppelten Geschwüren. Als Verbandstoffe dienen Leinwand, Baumwolle, Wolle, Seide, Baumbast, Eisenplatten u. a. Es gibt feste, mittelfeste und lose Verbände. Auf die Salbe kommt zunächst eine Compresse (*kavalikā*), auf diese wird ein glatter, weicher Verbandstoff festgebunden, wobei der Knoten nicht auf das Geschwür kommen darf. Das Ausdrücken der Geschwüre geschieht mit der flachen Hand, einmal oder wiederholt, je nach den Umständen. Nach Su. 1, 19 muss der Patient in einem reinen, weder der Sonnenhitze noch dem Wind ausgesetzten Raum auf einem geräumigen, bequemen Bett liegen, mit einer Waffe (zur Bekämpfung der bösen Geister), umgeben von Freunden, die ihn durch ihre Reden seine Schmerzen vergessen machen. Er meide schwere Speisen, geistige Getränke, Umhergehen, kalten Wind u. s. w., fächle das Geschwür mit einem Wedel, schone es durch Liegen, kratze und drücke es nicht. Vgl. C. S. A. Bh. l. c.; Su. 4, 1, 18 ff.; V. 609 ff.

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