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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c38.11

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c38.11

Language
German

c38.11

Staroperation¹: »Bei mittlerer Temperatur, auf einem hellen Platz, am Vormittag, lasse sich der Arzt auf einer Bank, die so hoch wie sein Knie ist, gegenüber dem Patienten nieder, der sich gewaschen und gegessen hat und gebunden (auf dem Boden) sitzt (gehalten von einem hinter ihm sitzenden Diener, S.). Nachdem er mit dem Hauch seines Mundes das Auge des Kranken erwärmt, es mit dem Daumen gerieben und in der Pupille (Linse) die entstandene Unreinigkeit erkannt hat, nehme er, während der Kranke auf seine Nase blickt und fest am Kopf gehalten wird, die Lancette (*śalākā*) mit dem Zeigefinger, Mittelfinger und Daumen fest in die Hand und führe sie in die natürliche Öffnung (Pupille) auf der Seite ein, 1/2 Fingerbreite weit vom Schwarzen und 1/4 Fingerbreite vom äusseren Augenwinkel, indem er sie nach oben hin und her bewegt. Er durchbohre das linke Auge mit der rechten oder das rechte Auge mit der linken Hand. Hat er richtig gestochen, so gibt es ein Geräusch, und ein Wassertropfen (Glaskörperperle?) fliesst schmerzlos heraus. Den Kranken ermutigend, benetze er dann das Auge mit Frauenmilch, hierauf ritze er mit der Spitze der Lancette den Augapfel, ohne wehe zu thun. Sodann stosse er allmählich den im Augapfel befindlichen Schleim nach der Nase zu, wo der Kranke ihn durch Aufziehen in die Nase beseitigen muss. Gleichviel ob die kranke Stelle (*doṣa*) fest oder beweglich ist, erhitze er das Auge von aussen. Kann dann der Kranke die (ihm gezeigten) Gegenstände sehen, so ziehe der Arzt die Lancette langsam heraus, lege eingefettete Baumwolle auf die Wunde und lasse den Kranken mit verbundenem Auge liegen.«