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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c39.6

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c39.6

Language
German

c39.6

§ 91. Ohnmacht, Schwindel und Schlagfluss. — Wenn die das Bewusstsein leitenden Kanäle durch die gestörten Grundsäfte verstopft werden, wird der Mensch plötzlich besinnungslos und fällt wie ein Stück Holz zu Boden. Allgemeine Vorzeichen der Ohnmacht (*mūrcchā*) sind: Brustschmerzen, Gähnen, Müdigkeit, Geistesschwäche. Die weiteren Erscheinungen wechseln je nach den Entstehungsarten von *mūrcchā*. So wird es dem von Wind Erkrankten blau, schwarz oder rot vor den Augen, er verliert die Besinnung, kommt aber rasch wieder zu sich, schaudert, hat Gliederreissen und Brustschmerzen, wird mager und seine Hautfarbe braunrot; durch den Anblick oder Geruch von Blut wird man ohnmächtig mit steifen Gliedern, starrem Blick und tiefem Atemholen; der Berauschte liegt auf der Erde, redet irre, ist ohne Besinnung oder verwirrt und wälzt sich auf dem Boden herum, bis der Trank verdaut ist; bei Vergiftung zeigt sich Zittern, Schläfrigkeit, Durst und Verlust des Bewusstseins. Wenn der Körper sich wie ein Rad im Kreise dreht und der Kranke stets auf den Boden fällt, so heisst dies Schwindel (*bhramāroga*). Bei Schlagfluss (*sannyāsa*) werden die Grundsäfte übermächtig und hemmen alle Funktionen der Stimme, des Körpers und des Geistes, so dass der Kranke steif wie Holz wird, einer Leiche gleicht und auf der Stelle stirbt, wenn man nicht sofort Gegenmittel anwendet (Su. 6, 46; S. 3, 6; A. 3, 6; V. 312 ff.; Bh. 2, 2, 103 ff.).

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