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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c4.s1.8

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c4.s1.8

Language
German

c4.s1.8

Es ist somit ersichtlich, dass das volkstümliche Brāhma-Alphabet, wie die Tradition der Jaina behauptet, seit dem 3. Jahrhundert a. Chr. 46 Grundzeichen enthielt, und dass es, wie besonders »die Vocale« *ai*, *au*, *aṃ*, *aḥ* beweisen, zunächst für das Sanskrit bestimmt war. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Brahmanen schon damals besondere Zeichen für die liquiden Vocale in ihren Werken über Grammatik und Phonetik verwendeten. Die Bildung dieser Buchstaben weicht indess von der der übrigen Vocalzeichen ab, indem zuerst mittleres *ṛ*, *ṝ* und *ḷ* und später die Initialen entwickelt sind, während bei *a*, *ā* u. s. w. der Vorgang der umgekehrte war, und es existirt noch eine von den Chinesen aufbewahrte indische Tradition, der zufolge *ṛ*, *ṝ* und *ḷ* später erfunden sind (s. § 4 B und § 24 A. 6—7).