Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c4.s2.2.3
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c4.s2.2.3
- Language
- German
c4.s2.2.3
Mit Ausnahme der beiden Epen kann man jedoch von keinem der erhaltenen Werke dieser Classen annehmen, dass es vor die Zeit zurückgeht, aus welcher die ältesten indischen Inschriften stammen, und selbst die Zeugnisse der Epen können angefochten werden, da der Text derselben im Einzelnen keineswegs für ein hohes Alter gesichert ist. Für das Rāmāyaṇa hat JACOBI jetzt durch die Abweichungen der verschiedenen Recensionen nachgewiesen, dass der grössere Teil seiner Verse dem ursprünglichen Bestande nicht angehörte⁷. Der Text des Mahābhārata weist zwar, so viel bekannt ist, in den MSS. keine ähnlichen Verschiedenheiten auf, aber eine volle Beglaubigung für die Existenz der Mehrzahl der einzelnen Capitel kann man erst für das 11. Jahrh. p. Chr. liefern⁸. Wenn demnach die Angaben der Epen nur unter Vorbehalt gebraucht werden können, so kann man denselben doch eine bedeutende Altertümlichkeit nicht absprechen. Die Epen gebrauchen, wie der Kanon der alten Buddhisten⁹, für »schreiben, Schrift und Schreiber« nur die alten Ausdrücke *likh*, *lekha* und *lekhaka*, nicht das wahrscheinlich fremde *lipi*. Die wichtigsten Stellen aus den Epen über den Gebrauch der Schrift finden sich in BRW unter den angegebenen Wörtern und unter *lekhana*, vgl. J. DAHLMANN, Mahābh. 185 f. Betreffs der Schrift bei MANU s. den Index in SBE 25 unter »Documents« und über die in den späteren Smṛti erwähnten Urkunden diesen Grundriss, Bd. II, 8, Recht und Sitte, § 35.