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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c4.s2.5

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c4.s2.5

Language
German

c4.s2.5

Diese unzweideutigen Angaben des ceilonesischen Kanon sind jedenfalls für die Periode von 500—400 a. Chr. beweiskräftig, vielleicht auch noch für das 6. Jahrhundert²¹. Ihre Altertümlichkeit ergibt sich auch daraus, dass alle für »schreiben, Schrift und Schreiber« gebrauchten Ausdrücke, *chindati*, *likhati*, *lekha*, *lekhaka*, *akkhara*, sowie die erwähnten Schreibmaterialien, Holz oder Bambus, *paṇṇa* oder Blätter, und *suvaṇṇapaṭṭa*, Goldplatten, auf die älteste Schreibmethode, das Einritzen der Zeichen in harte Gegenstände, hinweisen. Jede Spur des Gebrauches von Tinte fehlt, trotzdem dass derselbe, wie die Angabe des Nearchos über ἐν σινδόσι λίαν κεκροτημέναις geschriebene Briefe²² andeutet, schon im 4. Jahrh. a. Chr. vorgekommen sein muss, und dass eine Inschrift mit Tinte auf der inneren Seite des Deckels zu dem Reliquiengefässe aus dem Stūpa Nr. III zu Andher vorhanden ist²³, die vielleicht noch dem 3. Jahrh. a. Chr. angehört. Ebenso fehlen, wie in den Epen, die Wörter *lipi*, *libi*, *dipi*, *dipati*, *dipapati*, *lipikara* und *libikara* für »Schrift oder Inschrift«, »schreiben« und »Schreiber«, von denen die ersten sechs in den A. Ed., die letzteren beiden bei Pāṇini vorkommen. *Dipi* und *lipi* gehen wahrscheinlich zunächst auf das altpersische *dipi* zurück, welches erst nach der Eroberung des Panjab durch die Achaemeniden um 500 a. Chr. nach Indien gekommen sein kann und später zu *lipi* verändert wurde²⁴.

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