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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c4.s3.41.2

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c4.s3.41.2

Language
German

c4.s3.41.2

Verschiedene Umstände machen es aber wahrscheinlich, dass dieser *terminus a quo* auch die Zeit der wirklichen Einführung gewesen ist. Da das *ha* und *ta* der Brāhmī auf Formen des *He* und *Taw* zurückgeht, die sich nicht in den phönicischen Inschriften, sondern nur in Mesopotamien finden, so liegt es nahe, zu vermuten, dass die Einführung der semitischen Schrift von dort aus erfolgte². Hiemit stimmt, dass Nachrichten in alten indischen Werken die Existenz der Schiffahrt auf dem indischen Oceane für eine sehr frühe Periode und das Vorkommen von Handelsreisen indischer Kaufleute für eine zwar spätere, aber immer noch recht alte, Zeit bezeugen. Das bekannte Bāveru-Jātaka³ spricht von Exportgeschäften der Inder nach Babylon. Mehrere andere Jātaka, z. B. Nr. 463, welche Seereisen beschreiben, nennen die alten Häfen des westlichen Indien Bharukaccha-Broach und Sūrpāraka-Sūpārā, die den Inschriften zufolge in den ersten Jahrh. p. Chr., wie auch noch später, den Seehandel nach den Ufern des persischen Meerbusens vermittelten, und deuten damit an, dass dieser Handel schon Jahrhunderte früher bestand. Zwei der ältesten Dharmasūtra treten gleichfalls für die Existenz des Seehandels im alten Indien und speciell im Westen ein. Baudhāyana II, 2, 2 verbietet den Brahmanen unter Androhung einer schweren Busse Seereisen zu unternehmen, giebt aber I, 2, 4 zu, dass die »Nördlichen« in dieser Beziehung häufig fehlten.