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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s3.1.2

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s3.1.2

Language
German

c5.s3.1.2

4) Die neueren Resultate der semitischen Epigraphik machen es durchaus wahrscheinlich, dass das Aramäische, welches schon während der Herrschaft der Assyrer und Babylonier officiell und für Geschäftssachen neben der Keilschrift gebraucht wurde, unter den Achämeniden eine weite Verbreitung im ganzen persischen Reiche erlangte. Zahlreiche Inschriften sind in Egypten, Arabien, Kleinasien und Persien gefunden. Egypten hat ausserdem eine Anzahl officieller Papyri geliefert und Kleinasien viele Satrapenmünzen mit aramäischen Legenden⁴. Fügt man zu diesen Zeugnissen noch die auffällige Notiz im Buche Esra IV, 7, der zufolge die Samaritaner einen Brief an Artaxerxes in *ārāmī*-Schrift und -Sprache abfassten, so ergeben sich Anhaltspunkte genug für die Behauptung, dass das Aramäische in der königlichen Kanzlei zu Susa und in den Kanzleien der Satrapen vielfach gebraucht wurde. Der Grund für den officiellen Gebrauch des Aramäischen während der Achämenidenzeit liegt ohne Zweifel darin, dass zahlreiche Aramäer im persischen Verwaltungsdienste als Schreiber, Rechnungsführer, Münzmeister u. s. w. verwendet wurden. Bei dem raschen Aufbau des persischen Weltreiches auf den Trümmern der älteren semitischen Monarchien war die Übernahme geschulter Subalternbeamten der früheren Regierungen gewiss unvermeidlich.