Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s4.7
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s4.7
- Language
- German
c5.s4.7
2) Die Lingualisirung. — Die linguale Tenuis *ṭa* ist aus dem älteren seitlich umgedrehten *Tāw* durch eine kleine Barre gebildet, die in den A. Ed. gewöhnlich rechts und tiefer als die linksseitige steht, 20. C. IV, b. In C. IV, c erscheint das *ṭa* mit der Barre an der Spitze und das Zeichen der Lingualisirung darunter. Diese in den A. Ed. seltene Form muss früher häufig gewesen sein, da sie dem *ṭha* (s. o.) zu Grunde liegt. Das *ḍa*, 4. C. IV, b, gleicht genau dem gewöhnlichen aramäischen *Daleth*, 4. C. I, b, und kann mit diesem identisch sein. Wenn das nach Indien importirte Alphabet zwei Formen für *ḍa*, 4. C. I, a—b, enthielt, so können beide von den Indern entlehnt und die vollere zur Bezeichnung des schwereren Lautes verwendet sein. Es ist jedoch auch möglich, dass *ḍa* durch die Ansetzung des vertical gestellten Zeichens der Lingualisirung an die rechte Seite des *da*, 4. C. III, a, entstanden ist. Auch *ṇa*, 13. C. IV, a, ist durch einen nach unten gehenden Strich aus *na*, 13. C. III, a—b, gebildet; vgl. o. § 4, B. 4, die Verwendung eines kurzen Striches zur Bildung von *O*, *ña*, *ṅa* und *ṇa* der Brāhmī.