Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s5.9
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s5.9
- Language
- German
c5.s5.9
C. Die Ligaturen. — 1) Gar keine oder unbedeutende Veränderungen der verbundenen Zeichen zeigen *bhye*, 38, IX, *mma*, 38, XII, *mya*, 38, XII b. Sonst wird eines der beiden mehr oder weniger verstümmelt. — 2) Bei Verbindungen mit *ra*, welches bald vor bald nach dem darüber stehenden Consonanten zu sprechen ist (Ausnahme in *r*+*ṭa* in Man. V, 24), erscheint neben geringen Verstümmelungen in *rṭi*, 38, IV und *rva*, 39, I, für *ra* (a) eine schräge Linie (mit oder ohne Biegung) durch die Mitte des Verticalstriches des vorhergehenden Consonanten in *gra* 38, I, *rṭa* 38, II, *rṭi* 38, III, (b) am Fusse desselben ein gekrümmter Strich in *rṭi* 38, V, oder ein gerader, bald horizontaler, bald aufwärts oder abwärts gehender in *kra* 6, V, *gra* 8, V; *tra* 20, V; *dhra* 23, V; 38, VIII; *pru* 25, V, *bra* 27, V, *vram* 33, V, *śru* 34, V, *stri* 39, VIII—IX. Bei *ma* tritt der *ra*-Strich stets an die rechte Spitze, vgl. *mru*, 29, V, und in *kra* und *bhra*, 28, V, mitunter an das rechte Ende des Hakens. Für den *ra*-Strich tritt auch, besonders in A. Ed. Man. eine nach oben offene Curve ein, vgl. *thra* 21, IV. Die Striche und Curven sind natürlich cursive Vertreter des an den Fuss des vorhergehenden Zeichens gehängten *ra*. 3) In *vru*, 39, II, sind die beiden Zeichen so in einander geschoben, dass der eine Verticalstrich für beide dient. Dieselbe Methode wird auch gewöhnlich für die Ligatur *sta* gebraucht (die, nur einmal in Sh. Ed. I, aus *sa* mit eingehängtem *ta*, 39, IV, besteht). Zugleich wird aber *sa* verstümmelt, indem die Mitte des Kopfes offen bleibt und das Häkchen links weggelassen wird; so deutlich in *sti* 39, V und *stri* 39, IX, während *sta* 39, III, *sti* 39, VI, *stu* 39, VII, und *stri* 39, VIII noch mehr cursiv gemacht sind. *Spa* wird nach denselben Grundsätzen gebildet, das *sa* aber noch mehr verstümmelt und nur durch ein Häkchen über dem Verticalstrich von *pa*, vgl. *spa* 39, X,* *spi* 39, XII angedeutet. In *spa* 39, XI, ist das Häkchen rechts auf das Seitenglied von *pa* gesetzt. — 4) Die Ligatur in 38, VII, scheint zwei Bedeutungen zu haben. Sie erscheint in Sh. Ed. X, 21, wo *tva* oder *tta* (*tadatvaye* oder *tadattaye*) zu erwarten ist und oft in Man. Ed. XII, wo *tma* (*atma*) stehen sollte. Da die Kuṣaṇa-Inschr. ein ähnliches Zeichen, 31, XIII in dem Vertreter von Sanskrit *satvānāṁ* bieten, so ist wahrscheinlich auch in Sh. Ed. X, 21 *tva* zu lesen und anzunehmen, dass die Curve ein an den Fuss des *ta* gehängtes *va* repräsentirt, ähnlich wie sie in *thra*, 21, IV, für *ra* steht. Hiefür kann man noch 30, XIII und 37, XIII anführen, die höchst wahrscheinlich *śva* (*iśvara*) und *sva* (*viharasvamini*) zu lesen sind. In Man. Ed. XII muss man das Zeichen 38, VII dagegen *tma* lesen.
Linked texts (1)
- Aṣṭādhyāyī — Pāṇini, Sanskrit