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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s6.2.2

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s6.2.2

Language
German

c5.s6.2.2

— 4) Im Śaka-Typus wird für *ca* aus 10, III eine Cursivform gebildet, indem der untere Teil des Zeichens seitwärts an den Bindestrich unter den Kopf geschoben wird, 10, IX. Eine ähnliche Form ist im Kuṣaṇa-Typus häufig, oft mit Curve oder Haken am Fusse, 10, X, und mit Verwandlung des Kopfes in einen graden Strich, 10, XII. — 5) Alle späteren Typen zeigen das *cha* ohne Querstrich, 11, II; der Längsstrich wird mitunter schräg und so nachlässig angesetzt, dass der Buchstabe einem *mo* gleicht. — 6) Der linke Seitenarm des *ja* ist in den späteren Typen fast stets gerundet, und im Kuṣaṇa-Typus wird der Kopf des *ja* oft in eine Curve verwandelt, von der der Verticalstrich rechts herabhängt, 12, XI, woraus in der Bimaran-Inschrift eine dem *ga* gleiche Cursivform, 12, XII, entwickelt ist. Das volle *ja* mit der Fusslinie erscheint im I.G-Typus, 12, VII, wo die Barre öfter auch links vom Verticalstrich steht. — 7) In allen späteren Typen besteht eine Seite des *ña* aus einem Verticalstrich, 14, VIII—IX. — 8) Das einzige bekannte *ṭa* des Śaka-Typus in der Ligatur *ṣṭe*, 22, XIII, zeigt die archaische Form mit einem Seitenarm links. Im Kuṣaṇa-Typus werden die beiden Seitenarme, rechts und links, in eine gerade Linie verwandelt, wodurch *ṭa = tha* wird, 15, X—XII. Die Striche am Kopfe des *ṭu*, 15, XI, sind, wie FLEET’s Abklatsch der Inschrift von Suë-Bihar zeigt, durch Risse im Kupfer entstanden. Die richtige Lesung des betreffenden Wortes ist *kuṭubini* für *kichubini* (HÖRNLE).