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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c6.s2.1

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c6.s2.1

Language
German

c6.s2.1

Prakritinschriften fast durchweg, in denen mit gemischter Sprache weniger constant, der practisch bequemen, noch jetzt volkstümlichen Orthographie, welche die Bezeichnung langer Vocale, besonders von *ī* und *ū*, und mitunter des Anusvāra vernachlässigt, ausser bei Nasalen einfache Consonanten für doppelte setzt, Nonaspiraten vor Aspiraten auslässt und den Anusvāra für alle mittleren Nasale und finales *m* setzt⁴. Diese Orthographie erhält sich in den Prakritinschriften mit grosser Hartnäckigkeit bis in das 2. Jahrh. p. Chr. Die durchgängige Verdopplung der Consonanten tritt zuerst in einer Pāli-Inschrift eines Königs von Banavāsi, *Hāritīputta Sātakaṇṇi*, auf, welche Mr. Rice kürzlich gefunden hat⁵. Die schon länger bekannte Inschrift (IA, 14, 331) aus der Zeit desselben Fürsten zeigt sie nicht. Ausserdem zeigen einige andere zum Teil ältere Dokumente in Prakrit schwache Spuren der phonetisch-grammatischen Schreibweise der Pandit, z. B. die A. Ed. von Shahbazgarhi, das schon erwähnte *mma* (§ 9, B. 4), die Nasik-Inschrift Nr. 14, 15 und Kuda Nr. 5 das Wort *siddha* und Kaṇheri Nr. 14 *āyyakeṇa*⁶. Solche Abweichungen von der Regel deuten an, dass die Schreiber einige Brocken Sanskrit gelernt hatten, was auch für den Schreiber der Kālsi-Ed. durch die für das Pāli absurde Form, *baṃbhmane* statt *baṃbhane* (K. Ed. XIII, 1, 39) klar bewiesen wird.

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