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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c6.s2.2

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c6.s2.2

Language
German

c6.s2.2

Die Inschriften in gemischter Sprache (Gāthā-Dialect) bieten mit Ausnahme der von Ghasundi aus dem 3. Jahrh. a. Chr., in welcher zufällig kein Wort mit einem Doppelconsonanten vorkommt, sämtlich Beispiele selbst grammatisch unnötiger Verdoppelungen. Pabhosa Nr. 1 hat *Bahasatimittrasa* und *Kassāpiyānaṃ*, Nr. 2 *Tevaṇīputtrasya*, Nasik Nr. 5 *siddham* und Karle Nr. 21 *Setapharaṇaputtasya*⁷. Auch die Mathurā-Inschriften der Kuṣana-Periode liefern zahlreiche ähnliche Formen⁸. Die einzigen bekannten Sanskrit-Inschriften dieser Periode, die Girnār-Praśasti aus der Zeit des Rudradāman und Kaṇheri Nr. 11 zeigen die phonetisch-grammatische Orthographie der Pandit mit einigen durch die volkstümliche Schreibweise veranlassten Unregelmässigkeiten im Gebrauche des Anusvāra, z. B. in der Gi. Pr. (Z. 2 *pratānaṃ* ā, Z. 12 *saṃbaṃdhā*°) wie sie auch in den besten, von Gelehrten geschriebenen MSS. vorkommen. Die erwähnten orthographischen Eigentümlichkeiten haben demnach nichts mit der Entwicklung des Alphabets zu thun, sondern zeigen nur, dass im alten wie im modernen Indien die Praxis der Schreiber von der der Pandit abwich und dass die beiden Methoden der Orthographie damals, wie jetzt, einander beeinflussten und Unregelmässigkeiten verursachten.

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