Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c6.s3.21
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c6.s3.21
- Language
- German
c6.s3.21
D. Mittlere Vocale und Anusvāra. — 1) Der ursprünglich gerade Strich des *ā* wird in K. oft, z. B. 37, III, und in a. V. sporadisch, wie in späterer Zeit, aufwärts gebogen. Derselbe wird in *khā*, 10, V—VI, *jā*, 15, VI, IX, XII; *ṭā*, 18, II; *ṭhā*, 19, II; *thā*, 24, II, XI an die Mitte des Zeichens gesetzt. In Bh. erscheint auch ein *jā* wie 15, XXI. 2) Für den Winkel des *i* (*khi*, 10, II u. s. w.) erscheint in G. regelmässig (*ḍhi*, 21, IX) und in J. S. Ed. selten (*khi*, 10, VII) eine flache Curve, die in *khi*, 10, VIII, und *ni*, 27, IX, an die Mitte des Consonanten tritt und oft von *ā* nicht leicht zu unterscheiden ist. In K. Ed. XIII, 2, 10 steht das *i* in *ti* (43, II) zwei Mal links vom Consonanten, ebenso in *ti* A. Ed. I (Ende) und in *hi* oder *hiṃ*, So. Z. 4. 3) Für den durch einen Verticalstrich halbirten Winkel hat G. meist eine halbirte Curve (*dī*, 25, IX), in *thī*, 24, IX, und *ṭī*, 18, IX, zwei parallele, schräg oder gerade aufwärts gehende Striche. 4) Das volle, dem *U* gleiche *u* kommt in dem *dhu*, 26, III, von K. einige Male deutlich vor, steckt aber auch in *ku*, 9, V; *gu*, 11, IX; *ḍu*, 20, VII, u. a. mit Verticalstrich endigenden Zeichen, indem der Verticalstrich doppelt zu rechnen ist, als Teil des *k*, *g*, *ḍ* und als Teil des suffigirten *U*, ganz wie bei vielen Ligaturen, vgl. u. E. 1. Sonst erscheint nur das secundäre mit Auslassung des Horizontalstriches in *dhu*, 26; II, *pu*, 28, III u. s. w., oder des Verticalstrichs in *tu*, 23, V u. s. w. In *tu* wird der Strich mitunter gerade (23, VIII) oder gekrümmt (43, III) aufwärts gedreht, vgl. das spätere *tū*, T. III, 21, XIX. 5) Der Gebrauch des suffigirten *Ū* für *ū* ist noch in *bhū*, 31, X; *kū* u. s. w. erkennbar, da der Verticalstrich sowohl Teil des *bh*, *k* u. s. w., als auch Teil des suffigirten *Ū* ist. Meist finden sich aber secundäre Formen, die beiden parallelen Horizontalstriche in *dhū*, 26, X, die eine Verstümmelung des *Ū* von 6, XVIII, sind, und verschiedene conventionelle Anordnungen zweier Striche in *pū*, 28, VIII, XVI u. s. w. 6) Vielleicht erscheint in Zeichen wie *ge*, 11, IV, noch ein Rest der secundären Hakenform des *e*, in welche das übergesetzte Dreieck wahrscheinlich verwandelt wurde, ehe es zum einfachen Striche wurde, und vielleicht ist der (wie in späterer Zeit) von links nach rechts herabsteigende *e*-Strich in *khe*, 10, III, *ge*, 11, III, und *gye*, 42, VII (häufig in K.), in gleicher Weise zu deuten. In *je*, 15, VII, *ṭe*, 18, V, *ṭhe*, 18, XII, und *the*, 24, XII steht *e* links von der Mitte des Consonanten, in *khe* nicht selten links am Ende des Hakens. 7) Mittleres *ai* ist auf *trai*, 23, IX und *thai*, 24, X in G., und auf *mai*, 32, XII in Si. beschränkt. 8) Das *o* bewahrt im allgemeinen die Gestalt des *O* sehr getreu, s. o. § 4, C. 1. Die spätere Cursivform mit den Barren in gleicher Höhe erscheint jedoch in *go*, 11, V (DS.), *ho*, 40, V (DS.) und ähnlich ist *mo*, 32, VII u. X (J. S. Ed., M., R. und G.) gebildet. In *mo*, 32, X, stehen die Barren gegenüber der Mitte des *ma* und deuten darauf hin, dass es, wie später, auch im älteren Maurya-Typus analog gebildete *mā* und *me* gab. In *no*, K. Ed. V, Z. 14, erscheint ein verschleiftes *o*, ähnlich wie in T. III, 33, XX und später. 9) Der Anusvāra steht meist ungefähr der Mitte des vorhergehenden Zeichens gegenüber, z. B. in *maṃ*, 32, VIII. Er erscheint jedoch in Verbindung mit *i* in DS., DM., M., R., J., Dh. regelrecht, wie später, über dem Consonanten, z. B. in *ṭim*, 18, VI und sonst sporadisch in derselben Stellung, sowie auch tief am Fusse der Mātṛkā, z. B. in *mam*, 32, II, vgl. oben § 4, B. 2 e.
Cites (1)
- Major Rock Edict II — Prakrit