Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s2.11
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s2.11
- Language
- German
c7.s2.11
C. Der Gupta-Typus in MSS. — Von den Typen des Bower-MS., das nach HÖRNLE'S und meiner Ansicht¹² dem 5. Jahrh. angehört, giebt Taf. VI, C. I—IV, nur das Alphabet des von HÖRNLE mit *A* bezeichneten Teiles, da die veröffentlichten Stücke von *B* und *C* für paläographische Untersuchungen zu wenig umfangreich sind. Der gegebene Typus unterscheidet sich von dem der Inschriften der Guptaperiode, besonders der Kupfertafeln, nur in wenigen unwesentlichen Punkten. Die oberen Begrenzungsstriche sind sorgfältiger gemacht und fast durchweg wirkliche Keilaufsätze. Sie erscheinen auch auf allen Verticalstrichen der Zeichen, vgl. *gha*, 18, I—IV. Ebenso werden die unteren Enden abwärts gehender Striche noch regelmässiger mit Grenzlinien versehen und oft in Keile oder Knöpfchen verwandelt. Diese grössere Regelmässigkeit ist, was man bei guten MSS. erwartet, da das Material weniger Schwierigkeiten bietet als Stein oder Kupfer. Der durchgängige Gebrauch der Begrenzungsstriche hat zur Entwicklung des *ka* mit der Schleife links, 15, IV, geführt¹³ (vgl. 15, I, III), welches im Bower-MS. mitunter erscheint und in den Inschriften erst später von 588/9 (vgl. T. IV, 7, XIII), dann aber constant nachweisbar ist. Ferner kommt sehr selten, z. B. in *prayojayet* (Bower-MS. Fol. 31a, 11), eine altertümliche Form des zweiteiligen *ya* vor. Das Bower-MS. lehrt uns auch einige Zeichen kennen, die wegen der Seltenheit der Laute, welche sie ausdrücken, nur sehr selten in Inschriften vorkommen können und in den bis jetzt gefundenen des 4. und 5. Jahrh. zufällig gar nicht vorkommen. Hieher gehört das *I*, 4, I, in dem der obere und untere Punkt des mit den Spitzen nach oben gestellten alten Zeichens (vgl. T. VI, 4, V, VII) in einen Strich zusammengefasst ist, das *R*, welches deutlich aus *ra* mit suffigirtem *ṛ* besteht (vgl. § 1 und u. § 24, A. 7), das *AU*, welches genau mit dem epigraphischen von 532 p. Chr., T. IV, 6, X, stimmt, und das suffigirte *ṝ* in *nṝ*, 34, III, das aus zwei horizontal neben einander gelegten *r* besteht.
Linked texts (1)
- Bower Manuscript — Sanskrit