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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s3.7

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s3.7

Language
German

c7.s3.7

Die Charactere dieser und einiger anderer²⁵ Inschriften des 9. Jahrh. markiren die erste Stufe der südlichen Varietät der Nāgarī, deren vollständig ausgebildete Gestalt die Kupferplatten von Kauthem, T. V, C. XVII, aus der Regierungszeit des Cālukyakönigs Vikramāditya V., 1009—10 p. Chr., zeigen²⁶. Die südliche Varietät der Nāgarī, welche sich von der nördlichen des 8.—11. Jahrh. vorzüglich durch das Fehlen der nach rechts gedrehten Schwänzchen an den Verticalstrichen und überhaupt steifere Formen auszeichnet, kommt noch in vielen Inschriften der Śilāhāra und Yādava aus dem Marathenlande und dem Konkan, sowie eines Raṭṭafürsten aus dem Collectorat von Belgām vor²⁷. Ihre letzte Entwicklung im 13.—16. Jahrh. zeigen die Inschriften der Könige von Vijayanagara oder Vidyānagara in Kāṇara²⁸. Dieselbe lebt in dem Bālbodh oder der Devanāgarī der Marathendistricte fort und hat in Südindien die sogenannte Nandināgarī hervorgebracht, die noch jetzt für MSS. verwendet wird²⁹. Im nördlichen und centralen Indien erscheint die Nāgarī zuerst auf der Kupferplatte des Mahārāja Vināyakapāla von Mahodayā, T. IV, C. XXIII, wahrscheinlich von 794 p. Chr., mit einigen Eigenthümlichkeiten in den Zeichen für *kha*, *ga* und *na*, die sich in späteren Inschriften aus dem östlichen Indien wiederfinden und mit Spuren von Archaismen³⁰. Für das nächste Jahrhundert sind ausser den oben erwähnten Inschriften mit breiten Keilaufsätzen, T. V, C. III, nur wenige Beispiele nachweisbar³¹. Vom 10. Jahrh. an dagegen werden die Beispiele häufiger und vom 11. an gelangt die Nāgarī in dem grössten Teile von Indien zur Alleinherrschaft. Die Formen des 10. Jahrh. veranschaulichen die Charactere der Inschriften von Sīyaḍonī in Centralindien, T. V, C. VII, von 968 p. Chr. und der Kupferplatte des ersten Caulukyakönigs von Gujarat, Mūlarāja I., T. V, C. XI, von 987 p. Chr.³² Proben der Nāgarī des 11. Jahrh. geben die Kupferplatten des Rāṣṭrakūṭakönigs Madanapāla von Kanauj in Nordindien, T. V, C. XII, von 1097 p. Chr. und die Udepur-Praśasti der Paramārakönige von Mālva im westlichen Centralindien, T. V, C. XIII, von ca. 1060, die Kupferplatten des Cāndellakönigs Devavarman aus Nanyaura, T. V, C. XIV, von 1050 p. Chr., und die des Kalacurikönigs Karṇa von Tripura, T. V, C. XV, von 1042 p. Chr., aus dem östlichen Centralindien, sowie die des Caulukyakönigs Bhīma I. von 1029 p. Chr., T. V, C. XVI, aus dem Westen³³. Die Nāgarī des 12. Jahrh. und des Anfangs des 13. veranschaulichen endlich die Alphabete einer Kupferplatte des letzten Rāṣṭrakūṭakönigs Jayaccandra von Kanauj, T. V, C. XX, aus dem Jahre 1175 p. Chr., der Kupferplatten des letzten Caulukyakönigs von Gujarat, Bhīma II., T. V, C. XXI, aus den Jahren 1199 und 1207 p. Chr., der Kupferplatte des Paramārafürsten Udayavarman von Mālva, T. V, C. XXII, aus dem Jahre 1200, und der Ratnapur-Steininschrift aus der Zeit des Kulacurikönigs Jājalla von Tripura, T. V, C. XXIII, von 1114 p. Chr.³⁴