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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s4.92

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c7.s4.92

Language
German

c7.s4.92

Betreffs einzelner Zeichen ist zu bemerken: 1) *I*, T. V, 3, XVIII und *I*, T. VI, 3, X, sind cursive Formen und stammen von dem *I* in T. IV, 3, IX u. s. w. Dagegen ist das *I*—*Ī* von T. V, 3—4, XIX anscheinend eine südliche Form, vgl. T. VII, 3, IV—VI, u. s. w.; 2) das abnorme *ṭa* in T. V, 20, XIX dürfte durch eine starke Entwicklung des Aufsatzes auf das alte runde *ṭa* und des Begrenzungsstriches rechts entstanden sein, vgl. das *ṭa*, T. V, 20, XVIII und von Cambr. MS. Nr. 1693 bei Bendall, Cat., Pl. 4; 3) das *na*, T. V, 29, XIX ohne Verbindung zwischen der Schleife und dem Verticalstrich ist durch die stark cursive Tendenz in Vaidyadeva's Inschrift verursacht, die auch sonst z. B. in *A*—*Ā*, in *śa* und in den Ligaturen wie *tkṛ*, T. V, 47, XIX sichtbar ist; 4) das dreieckige mittlere *u* z. B. in *ku*, T. V, 10, XIX, das auch in der erwähnten Inschrift Lakṣmaṇasena's u. s. w. vorkommt, giebt die Umrisse der alten Keilform; 5) der Anusvāra in *vaṃ*, T. V, 38, XIX und *kaṃ*, T. VI, 15, X steht wieder auf der Linie und darunter erscheint ein Virāma; 6) in *Oṁ*, T. V, 9, XVIII erscheint zum ersten Male der Anunāsika mit einem kleinen Ringe statt eines Punktes, welch letzterer in T. VI, 13, XI vorkommt. Beide Formen sind in den östlichen Inschriften des 12. Jahrh. häufiger⁶, weiter nach Westen dagegen⁷ seltener und auf das Wort *Om* beschränkt. Das Zeichen, welches ich vor dem Ende des 11. Jahrh. in Indien nicht nachweisen kann, dürfte eine absichtlich gemachte Modification des Anusvāra sein, da in den vedischen MSS. der Anunāsika vor Liquiden, Zischlauten und *ha* für den Anusvāra eintritt; 7) der Visarga trägt in *vaḥ*, T. V, 38, XVIII, wie auch sonst in ornamentaler Schrift, vgl. T. VI, 30, XIV, oben einen Keil, und ist in *ḥ*, T. VI, 51, X (vgl. T. VI, 41, XI und die Gayā-Inschrift) cursiv in eine 8 verwandelt. In der Gayā-Inschrift (IA, 10, 342), sowie in MSS. dieser Periode⁸ erhält er auch unten ein Schwänzchen.