Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.36
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.36
- Language
- German
c8.s1.36
In den älteren Documenten der Periode bleiben die Zeichen denen der Andhra-Inschriften des 2. Jahrh. (*Cave-characters*) der Taf. III sehr ähnlich. Die Ansätze zur Entwicklung von Rundformen sind in der Śālaṅkāyana-Inschrift und denen der Kadamba Kākustha-, Śānti-, Mṛgeśa- und Ravivarman schwach und nicht constant. So bietet C. XII zwar ein ziemlich fortgeschrittenes *A* und *ra*, daneben aber ein älteres *Ā* und das Facs. hat auch manche sogar eckige *ra* mit wenig heraufgezogenen Enden. In den Inschriften des letzten Kadamba Harivarman und in denen der Calukya zwischen 578—660 kommen die für die nächste Stufe characteristischen *A*—*Ā*, *ka* und *ra* vielfach vor, sind aber auch nie constant. So zeigt C. XIV aus der Aihole-Inschrift des Maṅgala, ein links geschlossenes *ka*, das aber in dieser Inschrift nicht ausschliesslich vorkommt und auf der Kupferplatte desselben Königs, sowie auf der Haiderabad-Kupferplatte seines Nachfolgers Pulikeśi II.⁸ gar nicht erscheint. Auf Pulikeśi's Kupferplatte aus Nerūr⁹ findet es sich aber wieder und dazu das geschlossene, 33, XV—XVI. Eine Steininschrift aus der Zeit Pulikeśi's¹⁰ hat endlich nur das ältere *ka* und *ra*, dagegen öfter das spätere *A* von C. XV—XVI, XVIII. Diese Unregelmässigkeiten deuten darauf, dass zwischen 578—660 und vielleicht noch früher sämtliche für die mittlere Periode characteristischen Rundformen existirten, aber noch nicht zur Alleinherrschaft durchgedrungen waren oder für Inschriften nicht für passend gehalten wurden, vgl. § 3, S. 8.