Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.43
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.43
- Language
- German
c8.s1.43
Am stärksten jedoch sind die Mischungen und Variationen in den in den Tafeln nicht vertretenen Cicacole-Kupferplatten vom G.-J. 351⁶ und den undatirten des Vajrahasta, die nach KIELHORN dem 11. Jahrh. angehören⁷. In den ersteren hat nach FLEET jeder Buchstabe wenigstens zwei, mitunter drei oder vier Formen. Die Mehrzahl der Zeichen gehört der südlichen Nāgarī an. Daneben kommt aber Altkanaresisch und Grantha vor. In der zweiten Inschrift giebt es nach KIELHORN'S Zählung 320 Nāgarī-Zeichen und 410 südliche verschiedener Typen, und jeder Buchstabe hat wieder wenigstens zwei, mitunter vier oder mehr Formen. Kielhorn bemerkt, dass der Schreiber eine gewisse Kunst in der Gruppirung der verschiedenen Varianten zeigt, und er hat gewiss Recht, wenn er andeutet, dass die starke Mischung der Formen durch die Eitelkeit der königlichen Schreiber veranlasst ist, welche zeigen wollten, wie viele verschiedene Schriftarten sie kannten. Aus demselben Grunde hat auch der Schreiber der Kupferplatten von 183 drei verschiedene Zahlensysteme zum Ausdrucke des Datums gebraucht, vgl. S. 75. Das Reich der Gaṅga von Kaliṅga lag zwischen den Gebieten der Nāgarī und des Kāṇara-Telugu und nicht weit von dem des Grantha. Seine Bevölkerung war gewiss sehr gemischt und gebrauchte alle diese Schriftarten⁵, sowie auch die in den älteren Inschriften auftretenden. Der professionelle Schreiber und Kanzlist musste natürlich alle kennen.