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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.8

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.8

Language
German

c8.s1.8

B. Der centralindische Typus findet sich besonders gut ausgeprägt in einer Inschrift Samudragupta's aus Ēraṇ und einer Candragupta's II. aus Udayagiri¹⁷, den Kupfertafeln der Könige von Śarabhapura¹⁸, den Inschriften der Vākāṭaka¹⁹, der des Tīvara von Kosala²⁰ und in zwei frühen Kadamba-Inschriften²¹. In allen diesen Inschriften erscheinen an den Köpfen der Buchstaben kleine Vierecke, die teils im Innern hohl (T. VII, C. XI), teils ausgefüllt (T. VII, C. X) sind. Diese Vierecke, denen die Schrift wegen ihrer Ähnlichkeit mit Kästchen den häufig gebrauchten Namen »*boxheaded*« (kastenköpfig) verdankt, sind, ähnlich wie die Keilaufsätze, künstlich aus den Begrenzungsstrichen oder Serifs entwickelt. Die ausgefüllten sind wahrscheinlich von Schreibern erfunden, die mit Tinte schrieben, die hohlen dagegen Erfindungen von Leuten, die mit dem Griffel schrieben und deshalb die ausgefüllten Vierecke nicht machen konnten, ohne das Palmblatt zu zerreissen. Beide Arten von »Kastenköpfen« erscheinen sporadisch, oder auch beinahe consequent, in andern Gegenden und in Verbindung mit andern Typen, wie in der Valabhī-Inschrift in T. VII, C. V, in der archaischen Kadamba-Inschrift in T. VII, C. XII, in der Pallava-Inschrift in T. VII, C. XX, ja sogar in den Inschriften Nr. 21—21a aus Campā in Hinterindien²². Was aber den central-indischen Inschriften dieser Art ein eigentümliches Gepräge verleiht, ist die mehr oder weniger consequent durchgeführte Stilisirung aller Buchstaben durch Verwandlung der Curven in eckige Linien. Am vollständigsten ist dies in CII, 3, Nr. 3, 40—41, 56, 81 und EI, 3, 260 gelungen, von denen die drittletzte in C. XI von T. VII vertreten ist, während C. X die weniger streng stilisirte Schrift von FLEET'S Nr. 55 bietet. Beide Inschriften sind in demselben Jahre und in der Kanzlei des Vākāṭaka-Königs Pravarasena II. verfasst.

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