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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.7

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s1.7

Language
German

c8.s1.7

Abgesehen von diesen nördlichen Eigentümlichkeiten, die sich zu allen Zeiten ziemlich gleich bleiben, kann man in diesem Typus drei Stufen unterscheiden, die des 5. Jahrh. in T. VII, C. I—III, die des 6.—7. Jahrh. in C. IV—VI u. VIII, die des 8.—9. Jahrh. in C. IX und T. VIII, C. I, von denen die letzte sehr stark cursiv ist. Von den einzelnen Zeichen verdienen folgende eine specielle Erwähnung: 1) *I* (VII, 3, IV ff.; VIII, 3, I), das, wie in fast allen südlichen Alphabeten, eine geschwungene Linie mit zwei Punkten darunter zeigt und aus einer Form wie in IV, 3, IX entwickelt ist; 2) *Ī* (VII, 3, I; VIII, 4, I), das, wie das *Ī* des Bower MS. (VI, 3, I), durch Verbindung zweier Punkte zu einer Linie entstanden ist, aber am Ende die für die südliche Schrift characteristische Curve hat; 3) *E*, das meist, wie in VII, 6, I (vgl. AI, 6, VII), die aus dem oben spitzen Dreieck entstandene nach links verbreiterte Form hat, vom Ende des 6. Jahrh. an aber mitunter in Inschriften aus Gujarat und Kathiawar oben geöffnet wird, VII, 6, VI; VIII, 8, I; 4) *ḍa*, das in seiner ältesten Form (VII, 19, II), wie auch sonst im Süden, vom *da* nicht zu unterscheiden ist, vom 6. Jahrh. an aber einen Schweif (VII, 19, IV—IX) oder im 8.—9. Jahrh. eine Schlinge am Ende erhält, VII, 43, VII; VIII, 22, I; 5) *tha* mit einem aus dem Punkte in der Mitte entwickelten Ringelchen auf der Grundlinie, T. VII, 23, III, IV, VI (statt des Querstriches, VII, 23, I—II), für welches vom Ende des 6. Jahrh. an cursiv die auch sonst im Süden gewöhnliche Einkerbung der Basis (VII, 23, VII—IX; VIII, 26, I) eintritt¹²; 6) *la* mit dem verkümmerten Hauptteile und abnorm entwickelten, nach links gezogenen Striche rechts (VII, 34, VI, VIII), das vom 7. Jahrh. an oft die nur aus dem Schweife bestehende Form in VII, 34, VII, IX zeigt; 7) *śa*, welches in Gurjara-Inschriften (VIII, 39, I) und der Calukya-Inschrift aus Nasik¹³ stets, in Valabhī-Inschriften mitunter¹⁴ eine cursive Verbindung des Querstriches mit der rechten Seite aufweist, die auch in nördlichen Inschriften vorkommt¹⁵; 8) *sa*, das mitunter (VII, 38, V) eine auch in andern südlichen Typen (vgl. VIII, 41, XI) vorkommende cursive Verbindung des linken Seitengliedes mit dem Deckstrich zeigt (vgl. auch *na* in IV, 26, XXIII); 9) die Cursivformen in Ligaturen a) das präfigirte *ṅa*, das mitunter seinen Haken rechts verliert und dann wie *ya* aussieht (vgl. V, 19, V, VII), b) das präfigirte *na*, das besonders vor *ta*, *tha*, *dha* und *na* (z. B. in dem *nta* von *anumantavyaḥ*, VII, 42, V) aus einem Striche besteht und wie das gewöhnliche *ta* aussieht¹⁶, c) das suffigirte *ka*, das mitunter z. B. in *ṣka* (VII, 46, VIII) links verschleift wird (vgl. IA, 11, 305), d) das suffigirte *ca*, das in *ñca* (VII, 41, VIII—IX) vom 6. Jahrh. an oft rechts offen bleibt und das zu *ña* gehörige Häkchen an der Basis trägt, e) das suffigirte *ṇa*, das schon früh mitunter, wie in *rṇṇa*, VII, 41, IV, nur durch eine Schlinge angedeutet wird, f) das suffigirte *tha*, das, wie auch in andern südlichen Typen (vgl. VII, 45, XX), oft in eine rechts offene Doppelcurve (VII, 45, IV; VIII, 49, I) verwandelt wird.

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