Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s2.4
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c8.s2.4
- Language
- German
c8.s2.4
Mit den Kaśākūdi-Kupferplatten endigt für jetzt die Reihe der veröffentlichten datirbaren Pallava-Inschriften des 8. Jahrh. und für die nächsten Jahrhunderte stehen mir keine Facs. zu Gebote. Es ist deshalb nicht möglich, den Anfang der dritten oder Übergangsstufe (Cola- und Middle-Grantha, Burnell) genau zu bestimmen, welche in den Inschriften aus der Regierungszeit des Bāṇakönigs Vikramāditya⁸ (ca. 1150 p. Chr., T. VIII, C. XIV) und des Sundara Pāṇḍya⁹ (von 1250 p. Chr. an, T. VIII, C. XV) und anderen Documenten¹⁰ zum Ausdruck kommt. Indess legen die Grantha-Zeichen in den Gaṅga-Inschriften (T. VIII, C. XI---XII) sowie Burnell's Alphabete des Cola-Grantha von 1080¹¹ die Vermutung nahe, dass die neuen Entwicklungen teils im 9. und teils im 10. Jahrh. eingetreten sind, ungefähr um dieselbe Zeit, als die dritte Stufe des K.-T.-Typus (§ 29 C) begann. Die wichtigsten derselben sind: 1) die Verschleifung der beiden Punkte des *I* (T. VIII, 3, XIV---XV), welches aus der selteneren Form der Kaśāküdi-Kupfertafel (3 a, XIII) entstanden ist, 2) die weitere cursive Ausbildung des oben offenen *E*, 8, XIV, aus der Kūram-Form, 3) die weite Öffnung der rechten Seite des *kha*, 12, XIV---XV, 4) die Entwicklung einer Curve oder Doppelcurve links am *gha*, 14, XIV---XV, 5) die Öffnung des Kopfes von *ca* und die Verwandlung seiner linken Seite in einen spitzen Winkel, 16, XIV---XV, 6) die Entwicklung einer nach oben offenen Curve am linken Ende des *ḍa*, 22, XIV---XV, 7) die Entwicklung der zwei Schleifen am *ṇa*, 24, XIV---XV, nach dem Muster des Tamil (vgl. § 32 A), 8) die vollständige Öffnung der Köpfe des *tha* und *dha*, 26 u. 28, XIV---XV, 9) die Entwicklung einer Curve an der linken Seite des *pa*, 30, XIV---XV, 10) der Verschluss des Kopfes des *ma*, 34, XIV---XV, der sich schon in der Gaṅga-Inschrift von ca. 775 p. Chr. findet, 46, XI, 11) die Unterdrückung des Ringes an der rechten Seite des *ya*, 35, XIV---XV, das dadurch rückläufig wird, 12) die Öffnung des Kopfes von *ra* und Entwicklung einer Curve links, 38, XIV---XV, 13) die vollständigere Abtrennung von *e*, *ai*, *ā*, *o* von der Mātṛkā und die Horizontalstellung der Curven am Kopfe des zweiten Teiles von *au*, welche in der älteren Zeit vertical stehen. Zu beachten ist, dass die Schrift von C. XV mitunter C. XIV gegenüber rückläufig ist, was sich dadurch erklärt, dass die letztere die Kanzleischrift nachahmt, die erstere aber die monumentalen Formen einer Bauinschrift zeigt.