Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c9.s3.37
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c9.s3.37
- Language
- German
c9.s3.37
Die Consonanten werden indess nicht allein verwendet, sondern man bildet damit Chronogramme, welche beliebige Vocale enthalten, sowie auch Consonantengruppen, deren letztes Element allein Zahlenwert besitzt. Die aus den Chronogrammen resultierenden Zahlen stehen stets in der Anordnung, welche die linksläufige Schrift bedingt (vgl. § 35 A). Ein interessantes Beispiel dieses Systems, das wohl das älteste bis jetzt bekannte ist, findet sich am Ende von Ṣaḍguruśiṣya's Commentare zur Sarvānukramaṇī, p. 168, Macdonell. Dort lautet das Chronogramm nach Kielhorn's²³ unzweifelhafter Correctur: kha (2)go (3)nt (I)ya (5)nme (6)sa (5)ma (I)pa und hat, wie der Autor selbst hinzufügt, den Zahlenwert, 1,565, 132, welcher der Zahl der seit dem Anfange des Kaliyuga verflossenen Tage entspricht. Damit ist der Tag der Frühlingsäquinoxes, 24. März 1184 p. Chr., als Datum der Vollendung des Werkes gegeben, und auf das Aequinox deutet auch der Wortsinn des Chronogramms: »Aus dem letzten (Zeichen des Thierkreises) gelangte die Sonne in den Widder.«