Pramāṇa · Search · About · API

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s2.19

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s2.19

Language
German

c6.s2.19

spielen, dass die Vorstellung von der Dreizahl der Himmel der von der Siebenzahl voraufgegangen ist und also eine ältere kosmographische Vorstellung bildet. Auch in Avesta geht die Dreizahl der Siebenzahl vorauf, wie Bousset ¹) nachweist, und Eberhard Schrader hält Bousset's Ansicht ²), dass die Dreizahl der Himmel in den in Frage kommenden semitischen Literaturdenkmälern eine eranische Entlehnung sei, für äusserst fraglich, weil dieselbe „doch sehr an die Dreiteilung der Weltherrschaft unter Anu, Bêl, Ea oder noch mehr an die Verteilung der Himmelsherrschaft an Sin, Šamaš, Ištar“, also an Babylon erinnert, und „gerade diese letztere Trias könnte sehr wohl die gemeinsame Quelle für die Unterscheidung eines Sonnen-, Mond- und Sternhimmels sowohl im Parsismus, wie in der Stoa gewesen sein ³).“ Vielleicht dürfen wohl auch „die drei- oder vierstufigen Tempeltürme“ im babylonischen Kulturbereich als bildliche Darstellungen dieser Idee gelten ⁴), wie ja auch die siebenstufigen Tempeltürme als eine kosmische Nachbildung des Sieben-Himmels-Baues anzusehen sind. Eine Anwendung dieser Idee auf Mittel- und Unterwelt kann bisher wohl noch nicht belegt werden, doch ist es möglich, dass weitere Forschungen vielleicht doch noch deutlichere Spuren derselben nicht nur für Babylon, sondern im ganzen babylonischen Kulturbereich erweisen werden.