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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t45: Die fünfte Gruppe

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t45

Language
German

Die fünfte Gruppe

c7.s2.t45.1

Nach dem Bhāgavatap. V. 26 4 ff. und Devībhāgavatap. VIII. 21. 11 ff. liegen die Höllen im Süden unter der Erde und unter dem Wasser (nach Yogasiddhāntac. S. 127 unter den Pātāla), an dem Orte, den die Agniṣvātta und andere Väter bewohnen, wo ihr König Yama, der Sohn des Vivasvat, von seiner Schar umgeben, nach dem Befehle des Bhagavat durch seine Diener die Menschen für die im Leben vollbrachten bösen Handlungen bestrafen lässt.

c7.s2.t45.2

In unseren Texten werden folgende 28 Höllen aufgezählt.

c7.s2.t45.3

| | Bhāgavatap. | Devībhāgavatap. | Yogasiddhāntac. |
| 1 | Tāmisra | Tāmisra | Tāmisra |
| 2 | Andhatāmisra | Andhatāmisra | Andhatāmisra |
| 3 | Raurava | Raurava | Raurava |
| 4 | Mahāraurava | Mahāraurava | — |
| 5 | Kumbhīpāka | Kumbhīpāka | Kumbhīpāka |
| 6 | Kālasūtra | Kālasūtra | Mūla |
| 7 | Asipatravana | Asipatrāraṇya | Asipatravana |
| 8 | Sūkaramukha | Sūkarasya mukham | Sūkaramukha |
| 9 | Andhakūpa | Andhakūpa | Andhakūpa |
| 10 | Kṛmibhojana | Kṛmibhojana | Kṛmibhojana |
| 11 | Saṃdamśa | Saṃdamśa | Madaśa |
| 12 | Taptasūrmi ¹) | Taptamūrti | Taprabhūmi |
| 13 | Vajrakaṇṭaśālmalī | Vajrakaṇṭakaḥ Śālmalī | Vajrakaṇṭaśālmalī |
| 14 | Vaitaraṇī | Vaitaraṇī | Vaitaraṇī |
| 15 | Pūyoda | Pūyoda | Pūyoda |
| 16 | Prāṇarodha | Prāṇarodha | Prāṇarodha |
| 17 | Viśasana | Viśasana | Viśasana |
| 18 | Lālābhakṣa | Lālābhakṣa | Lālābhakṣaṇa |
| 19 | Sārameyādana | Sārameyādana | Sārameyādana |
| 20 | Avīci | Avīci | Avīci ²) |
| 21 | Ayaḥpāna | Ayaḥpāna | Ayapāna |
| 22 | Kṣārakardama | Kṣārakardama | Kṣārakardama |
| 23 | Rakṣogaṇabhojana | Rakṣogaṇākhyasambhoja | Rakṣogaṇabhojana |
| 24 | Śūlaprota | Śūlaprota | Śūlaprota |
| 25 | Daṇḍaśūka | Daṇḍaśūka | Daṇḍaśūka |
| 26 | Avaṭanirodhana ³) | Avaṭārodha ³) | Avatanirodhana |
| 27 | Paryāvartana | Paryāvartanaka | Paryāvartana |
| 28 | Sūcīmukha | Sūcīmukha | Sūcīmukha |

c7.s2.t45.4

Während die Yogasiddhāntacandrikā sich mit dieser Schilderung der einzelnen Höllen offenbar dem Bhāgavata- oder Devībhāgavatap. entnommenen etwas fehlerhaften Aufzählung und einer kurzen Angabe über

c7.s2.t45.5

1) Text: Taptabhūmi. 2) Text: Adīci. 3) Text: Vaṭa°.

c7.s2.t45.6

die Bestimmung der einzelnen Höllen begnügt, geben diese noch eine eingehende Schilderung der Sünden, die den Aufenthalt in irgend einer Hölle nach sich ziehen, und der Strafen, die die Verdammten in derselben zu erleiden haben. Der Inhalt dieser Schilderung ist folgender:

c7.s2.t45.7

1. Nach Tāmisra kommt der, welcher Hab und Gut, Weib oder Kind eines andern geraubt hat. An diesem finsteren Orte wird er von Hunger und Durst gequält, mit Stock- und Peitschenhieben, Schimpfnamen und anderen Strafen überhäuft. Der Verdammte fällt in Ohnmacht und glaubt manchmal das Bewusstsein zu verlieren.

c7.s2.t45.8

2. Andhatāmisra ist für den bestimmt, der im Leben einen Menschen getäuscht und sich dann seines Weibes und seines Besitzes bemächtigt hat. Die Seele des Verdammten vergeht fast vor Qualen, und er gleicht einem verdorrenden Baum, der an der Wurzel abgehauen ist.

c7.s2.t45.9

3. Nach Raurava stürzt der Mensch, der in habsüchtiger Weise hier nur nach irdischen Gütern getrachtet hat, ohne auf das Leben anderer Wesen Rücksicht zu nehmen. All die Wesen, die durch ihn ihren Tod gefunden haben, werden zu Ruru (grausamere Tiere wie Schlangen), um ihm alles das, was sie durch ihn gelitten haben, in gleicher Weise zu vergelten. Diese Wesen haben der Hölle ihren Namen gegeben.

c7.s2.t45.10

4. In Mahāraurava findet der seine Strafe, der hier im Leben ohne Rücksicht auf andere Wesen nur an die Erhaltung seines Körpers gedacht hat. Grausame Dämonen töten ihn in dieser Hölle, um sein Fleisch zu verzehren.

c7.s2.t45.11

5. In Kumbhīpāka wird jener in siedendem Öl gesotten, der auf der Erde Vierfüssler und Vögel getötet hat.

c7.s2.t45.12

6. Kālasūtra ist der Strafort für jenen Menschen, der seinen Vater oder einen Brāhmaṇen getötet oder den Veda missbraucht hat. Diese Hölle ist 10 000 Yojana gross, hat einen Boden von glühendem Kupfer und wird von oben und unten erhitzt. Hier leidet er neben den Qualen des Feuers Hunger und Durst, und seine Strafzeit dauert ebensoviele Jahrtausende, wie die Anzahl der Haare eines Haustieres.

c7.s2.t45.13

7. In der Hölle Asipatravana wird der gestürzt, der freiwillig, nicht durch die Not gezwungen, den Weg, den der Veda lehrt, verlassen und sich der Häresie ergeben hat. Mit Geisselhieben wird er hier von einer Seite zur andern getrieben, wobei ihm die zweischneidigen schwertförmigen Blätter des Schwertblätterwaldes, nach dem diese Hölle benannt ist, den ganzen Körper zerfleischen.

c7.s2.t45.14

8. Sūkaramukha ist für den König oder seinen Diener bestimmt, der auf der Erde einen Unschuldigen (mit dem Tode) bestraft oder einen Brāhmaṇen körperlich gezüchtigt hat. Die Henker Yama’s zermalmen ihm die Glieder, und er leidet wie die unschuldig Gequälten.

c7.s2.t45.15

9. In Andhakūpa wird der bestraft, der die Lebensmittel, die für Menschen bestimmt sind, besessen und den Wesen (wilden Tieren und Insekten) Böses getan hat, die allen ohne Unterschied schaden, da sie keine anderen Existenzmittel besitzen. Alle Kreaturen, denen er Böses zugefügt hat, vergelten es ihm hier. Er irrt in der Finsternis umher, von ihnen verfolgt, gequält und jeder Ruhe beraubt.

c7.s2.t45.16

10. Nach Kṛmibhojana kommt jener, der nicht die fünf Opfer gefeiert und überhaupt niemanden etwas mitgegeben hat. Diese Hölle ist 100 000 Yojana gross und ist voll von Würmern und Reptilien, denen er zur Nahrung dient.

c7.s2.t45.17

11. In Saṃdamśa wird derjenige, welcher Brāhmaṇen oder anderen Menschen durch Raub oder Diebstahl Gold, Geschmeide oder andere Güter geraubt hat, von den Dienern Yama’s mit glühenden Zangen gepeinigt.

c7.s2.t45.18

12. Taptasūrmi ist für jene bestimmt, die unerlaubten Geschlechtsverkehr ausgeübt haben. Mit Peitschenhieben werden sie geschlagen und in die Arme einer glühenden Metallfigur getrieben, die der Person ähnlich sieht, mit der sie den unerlaubten Verkehr unterhalten haben.

c7.s2.t45.19

13. In die Hölle Vajrakaṇṭakaśālmalī kommt jener, der während seines Lebens mit jeder Art von Wesen Verkehr gehabt hat. Die Höllenknechte zerfleischen seinen Körper, indem sie ihn auf die diamantenen Nadeln des Śālmalī-Baumes, der der Hölle den Namen gegeben hat, aufspiessen.

c7.s2.t45.20

14. In Vaitaraṇī finden die Könige oder ihre Leute ihre Strafe, die auf Erden die Schranken des Gesetzes gegen die Häresie umgestürzt haben. Vaitaraṇī ist wie ein grosser Graben, der die Höllen umgibt, und ist angefüllt mit ekelhaften Dingen wie Urin, Exkremente, Eiter, Blut und dergl. Die Verdammten werden verschiedentlich von Fischen verschlungen und erleiden im Gedanken an ihre Fehler und die furchtbare Strafe an diesem Orte grosse Pein.

c7.s2.t45.21

15. Pūyoda ist für diejenigen Männer, die in ihrem Leben sich mit ausschweifenden Weibern vereinigt, alle Regeln der Moral und Reinheit verachtet und ein Leben wie Tiere geführt haben. Sie fallen in einen Ozean voll von Exkrementen, Urin, Schleim und Speichel und müssen diese ekelhaften Dinge als ihre Nahrung geniessen.

c7.s2.t45.22

16. Nach Prāṇarodha kommen Brāhmaṇen und andere Menschen, die Hunde und Esel besessen, von der Jagd gelebt und Tiere ausser zu Opferzwecken getötet haben. Sie dienen für die Knechte Yama’s als Zielscheibe und werden von ihnen mit Pfeilen durchbohrt.

c7.s2.t45.23

17. In Viśasana erhalten die ihre Strafe, die bei heuchlerischen Opfern Tiere getötet haben. Sie werden hier in Stücke gerissen, nachdem sie getötet sind.

c7.s2.t45.24

18. In Lālābhakṣa wird der Brāhmaṇe bestraft, der in blinder Leidenschaft seinen Samen von einer Frau seiner Kaste hat trinken lassen. Er wird in einen Fluss von dieser Substanz gestürzt und muss dieselbe trinken.

c7.s2.t45.25

19. Sārameyādana ist bestimmt für Räuber, Brandstifter, Giftmischer und Könige oder deren Untergebene, die Dörfer oder Karawanen geplündert haben. Von den Boten Yama’s, 720 Hunden mit Zähnen aus Diamant, werden sie zerfleischt.

c7.s2.t45.26

20. Nach Avīci kommen Falschzeugen und Lügner. Sie werden hier kopfüber von dem Gipfel eines 100 Yojana hohen Berges auf einen glatten Steinboden hinabgestürzt. Ihr Körper wird zerschmettert, dennoch werden sie sofort gezwungen, wieder den Berg zu besteigen, um das Gleiche zu erleiden.

c7.s2.t45.27

21. Die Hölle Ayaḥpāna ist für Mitglieder der drei ersten Kasten, die Soma getrunken oder während der Erfüllung einer religiösen Pflicht wissentlich berauschende Flüssigkeiten genossen haben. Die Henker Yama’s drücken ihnen die Brust ein und schütten ihnen geschmolzenes Eisen in den Mund.

c7.s2.t45.28

22. In Kṣārakardama erhält der seine Strafe, der sich im Leben über andere erhoben und die verachtet hat, die durch das Verdienst der Geburt, der Kaste, der Askese, der Moral usw. über ihm stehen. Er wird kopfüber in Salzflüssigkeit gestürzt und erleidet unendliche Schmerzen.

c7.s2.t45.29

23. Rakṣogaṇabhojana ist der Strafort für jene, die hier Menschenopfer dargebracht haben, und für die Weiber, die von den beim Opfer geschlachteten Menschen gegessen haben. Ihre Opfer verwandeln sich in der Hölle in Rākṣasa, hauen ihnen mit Beilen die Glieder ab und trinken ihr Blut, tanzen und singen dabei, wie es die Kanibalen bei derartigen Gelagen tun.

c7.s2.t45.30

24. In Śūlaprota werden die bestraft, die Unschuldige durch falsche Vorspiegelung entführt und an einem einsamen Orte oder in einem Dorfe lebend gepfählt oder mit Stricken festgebunden und sich dann an ihrer Qual geweidet haben. In dieser Hölle werden sie gepfählt und durch andere Marter gequält und von Reihern, Kranichen und andern Vögeln mit scharfen Schnäbeln angefressen.

c7.s2.t45.31

25. Nach Daṇḍaśūka kommen nach ihrem Tode jene, die durch ihr aufbrausendes Wesen den Schlangen geglichen und andere Wesen dadurch erschreckt haben. Schlangen mit fünf und sieben Mäulern werden sie ergreifen und wie Mäuse verschlingen.

c7.s2.t45.32

26. Avaṭanirodhana ist für die bestimmt, die auf Erden Lebewesen in finsteren Löchern oder Höhlen eingesperrt haben. Sie werden hier in gleicher Weise eingeschlossen und durch den Rauch eines giftigen Feuers erstickt.

c7.s2.t45.33

27. In Paryāvartana erhält der Hausherr seine Strafe, der beim Anblick eines Gastfreundes zornig geworden ist oder ihn mit unzufriedenen Blicken aufgenommen hat. Vögel wie Geier, Raben, Kraniche usw. mit zornigen Blicken werden ihm die Augen ausreissen.

c7.s2.t45.34

28. Sūcīmukha ist für den Geizigen und Habsüchtigen, der im Leben nur an seinen Reichtum gedacht und allen misstraut hat und nur ängstlich auf die Erhaltung und Mehrung seiner Schätze bedacht war. In dieser Hölle liest er Schmutz auf, und die Diener Yama’s durchweben ihm alle Glieder mit Stricken.

c7.s2.t45.35

Der Schluss dieses Abschnittes über die Höllen bildet die Versicherung, dass es in der Wohnung Yama’s Hunderte und Tausende Höllen gebe, die wegen der Ungerechtigkeit der Menschen alle bewohnt seien.

c7.s2.t45.36

Die sechste Gruppe.

c7.s2.t45.37

Nach der sechsten Gruppe von Texten, Brahmavaivartap. II. 29. 1 ff. und Devībhāgavatap. IX. 32. 4 ff. besteht die Hölle aus 86 Höllen (kuṇḍa). Diese sind breit, tief und furchtbar und verursachen den Verdammten Qualen. Ihre Namen sind:

c7.s2.t45.38

| | Brahmavaivartap. | Devībhāgavatap. | | Brahmavaivartap. | Devībhāgavatap. |
| 1 | Vahnikuṇḍa | Vahnikuṇḍa | 11 | Asṛkkuṇḍa | Asṛkkuṇḍa |
| 2 | Taptakuṇḍa | Taptakuṇḍa | 12 | Asṛukuṇḍa | Asṛukuṇḍa |
| 3 | Kṣārakuṇḍa | Kṣārakuṇḍa | 13 | Gātramalakuṇḍa ¹) | Gātramalakuṇḍa ¹) |
| 4 | Viṭkuṇḍa | Viṭkuṇḍa | 14 | Karṇaviṭkuṇḍa | Karṇaviṭkuṇḍa |
| 5 | Mūtrakuṇḍa | Mūtrakuṇḍa | 15 | Majjākuṇḍa | Majjākuṇḍa |
| 6 | Śleṣmakuṇḍa | Śleṣmakuṇḍa | 16 | Māmsakuṇḍa | Māmsakuṇḍa |
| 7 | Garakuṇḍa | Garakuṇḍa | 17 | Nakhakuṇḍa | Nakhakuṇḍa |
| 8 | Dūṣikākuṇḍa | Com.: Dūṣikākuṇḍa | 18 | Lomaṇām kuṇḍa | Lomakuṇḍa |
| 9 | Vasākuṇḍa | Vasākuṇḍa | 19 | Keśakuṇḍa | Keśakuṇḍa |
| 10 | Śukrakuṇḍa | Śukrakuṇḍa | 20 | Asthikuṇḍa | Asthikuṇḍa |

c7.s2.t45.39

¹ Nach dem Text genau: kuṇḍam gātramalānām.

c7.s2.t45.40

| | Brahmavaivartap. | Devībhāgavatap. | | Brahmavaivartap. | Devībhāgavatap. |
| 21 | Tāmrakuṇḍa | Tāmrakuṇḍa | 55 | Jvālākuṇḍa | Jvālākuṇḍa |
| 22 | Lauhakuṇḍa | Lohakuṇḍa | 56 | Bhasmakuṇḍa | Bhasmakuṇḍa |
| 23 | Tikṣṇakaṇṭakakuṇḍa | Tikṣmakaṇṭakakuṇḍa | 57 | Pūtikuṇḍa (Durgan- | Dagdhakuṇḍa |
| 24 | Viṣakuṇḍa | Viṣakuṇḍa | | dhakuṇḍa) | |
| 25 | Gharmakuṇḍa | Carmakuṇḍa | 58 | Taptasūrma (Tapta- | Taptasūcī |
| 26 | Taptasurākuṇḍa | Taptasurākuṇḍa | | śakti) | |
| 27 | Prataptatailakuṇḍa | Prataptatailakuṇḍa | 59 | Asīpatra | Asīpatra |
| 28 | Dantakuṇḍa | Kuntakuṇḍa | 60 | Kṣuradhāra | Kṣuradhāra |
| 29 | Kṛmikuṇḍa | Kṛmikuṇḍa | 61 | Sūcīmukha | Sūcīmukha |
| 30 | Pūyakuṇḍa | Pūyakuṇḍa | 62 | Godhāmukha | Gokāmukha |
| 31 | Sarpakuṇḍa | Sarpakuṇḍa | 63 | Nakramukha | Nakramukha |
| 32 | Maśakuṇḍa | Maśakuṇḍa | 64 | Gajadaṃśa | Gajadaṃśa |
| 33 | Daṃśakuṇḍa | Daṃśakuṇḍa | 65 | Gomukha | Gomukha |
| 34 | Garalakuṇḍa | Garalakuṇḍa | 66 | Kumbhīpāka | Kumbhīpāka |
| 35 | Vajradaṃṣṭrakuṇḍa ¹) | Vajradaṃṣṭrakuṇḍa ¹) | 67 | Kālasūtra | Kālasūtra |
| 36 | Vṛścikakuṇḍa ²) | Vṛścikakuṇḍa ²) | 68 | Avaṭoda | Matsyoda |
| 37 | Śarakuṇḍa | Śarakuṇḍa | 69 | Aruntuda | Kṛmikantuka |
| 38 | Śulakuṇḍa | Śulakuṇḍa | 70 | Pāṃśubhoja | Pāṃśubhojya |
| 39 | Khaḍgakuṇḍa | Khaḍgakuṇḍa | 71 | Pāśaveṣṭa | Pāśaveṣṭa |
| 40 | Golakuṇḍa | Golakuṇḍa | 72 | Śūlaprota | Śūlaprota |
| 41 | Nakrakuṇḍa | Nakrakuṇḍa | 73 | Prakampana | Prakampana |
| 42 | Kākakuṇḍa | Kākakuṇḍa | 74 | Ulkāmukha | Ulkāmukha |
| 43 | Śucāspada | Śucāspada | 75 | Andhakūpa | Andhakūpa |
| 44 | Samcālakuṇḍa | Manthānakuṇḍa | 76 | Vedhana | Vedhana |
| 45 | Vājakuṇḍa [kuṇḍa] | Bījakuṇḍa | 77 | Daṇḍatāḍana | Tāḍana |
| 46 | Bandhakuṇḍa [kuṇḍa] | Vajrakuṇḍa | 78 | Jālabandha | Jālarandhra |
| 47 | Taptapāṣāṇakuṇḍa | Taptapāṣāṇakuṇḍa | 79 | Dehacūrṇa | Dehacūrṇa |
| 48 | Tikṣṇapāṣāṇakuṇḍa | Tikṣṇapāṣāṇakuṇḍa | 80 | Dalana | Dalana |
| 49 | Lālākuṇḍa [kuṇḍa] | Lālākuṇḍa | 81 | Śoṣaṇa(mkara) | Śoṣaṇa |
| 50 | Asikuṇḍa (Taptama- | Masīkuṇḍa | 82 | Sarpa (Sūrpa) | Sūrpa |
| 51 | Cūrṇakuṇḍa | Cūrṇakuṇḍa | 83 | Jvālāmukha | Jvālāmukha |
| 52 | Cakrakuṇḍa | Cakrakuṇḍa | 84 | Jihma | -- |
| 53 | Vajrakuṇḍa | Vakrakuṇḍa | 85 | Dhūmāndha | Dhūmāndha |
| 54 | Kūrmakuṇḍa | Kūrmakuṇḍa | 86 | Nāgaveṣṭana | Nāgaveṣṭana |

c7.s2.t45.41

Jede Höhle (kuṇḍa) ist nach Adhy. IX. 37. 1 rund, tief und wird durch Steinkohlen ³) Schilderung erhitzt. Die Höllen werden stets bewacht von den Scharen der Diener Yama's. Diese haben der Höllen.

c7.s2.t45.42

1) kuṇḍam vajradaṃṣṭrāṇām genau nach dem Text.
2) Ebenso kuṇḍam vṛścikānām nach dem Text.
3) Im Text steht pāṣāṇabhedaiḥ. Dieses wird in dem Kommentar des Devībhāgavatap. erlärt durch: vilakṣaṇapāṣāṇarūpāṅgāraih.

c7.s2.t45.43

Stöcke, Spiesse, Schlingen, Speere und Keulen in den Händen, sind von Übermut trunken, furchtbar und mitleidslos. In den beiden Texten werden ihnen ferner noch eine Reihe von phantastischen Eigenschaften beigelegt.

c7.s2.t45.44

Der Aufzählung der Höllen folgt eine eingehende Schilderung der einzelnen Höhlen und der Vergehen, die den Aufenthalt in jeder derselben zur Folge haben, sowie der verschiedensten Verkörperungen, die die Verdammten nach abgebüsster Höllenstrafe noch zu durchlaufen haben. Diese Schilderung ist zu umfangreich, um hier im Inhalt angegeben zu werden. Es darf deshalb wohl nur auf die Texte hier verwiesen werden, zumal dieselben sehr späte Spekulationen sind und für die Entstehung und Entwicklung der Höllenidee nur sekundäre Bedeutung haben.

c7.s2.t45.45

Die siebte Gruppe. Einzelne Texte (in alphabetischer Reihenfolge).

c7.s2.t45.46

a) Agnipurāṇa.

c7.s2.t45.47

Agnip. 203. 1 ff. findet sich folgende Höllenschilderung. Sofort nach dem Tode, der durch Wasser, Feuer, Gift, Schwert, Hunger, Krankheit, Absturz oder eine andere Ursache eintreten kann, erhält der Mensch einen neuen Körper, bestimmt die Folgen der guten oder bösen Handlungen des vergangenen Lebens zu übernehmen. Während der Gute wegen seiner Verdienste in den Himmel kommt, wird der Bösewicht von den Dienern Yama's in die Hölle gestürzt.

c7.s2.t45.48

Wer eine Kuh getötet hat, wird 100000 Jahre in Mahāvīci gepeinigt, ein Brāhmaṇemörder und ein Landräuber in der sehr heissen Hölle Tāmrakumbha bis zu einem grossen Weltende. Der Mörder von Frauen, Kindern und Greisen wird in Raurava gequält, solange vierzehn Indra regieren. Wer Häuser, Länder usw. brandschatzt, wird in Mahāraurava ein Kalpa lang gebrannt. Der Dieb soll nach Tāmisraka fallen, wo er von den Knechten Yama's viele Kalpa hindurch mit Spiessen usw. zerrissen wird; in Mahātāmisraka wird er von Schlangen, Wassertieren usw. gepeinigt. Solange die Erde steht, werden Muttermörder usw. im Schwertblätterwalle (Asipatravaṇa) und in der Hölle Karambhavālukāḥ bestraft, viele Kalpa hindurch. Wer hier auf Erden einen Menschen verbrannt hat, der wird dort von glühendem Sande usw. (vālukādibhiḥ) wieder gebrannt. In Kākola geniesst einer Würmer und Kot, der auf Erden allein leckere Speise genossen hat, in Kuṭṭala einer Blut und Urin, der hier die Vollziehung der fünf Opfer aufgab, in Sudurgandha einer Blut, der hier verbotene Speise zu sich nahm. In Tailapāka wird der wie Sesamkörner ausgepresst, wer hier andere gequält hat, desgleichen wer der dort gebraten, der seine Schutzbefohlenen getötet hat. In Nirucchvāsa wird der gepeinigt, der Geschenke vernichtete oder an einem Feste Flüssigkeiten (rasa) verkaufte, in Vajrakaṭāha und Mahāpāta der Unwahre, in Mahājvāla der Bösgesinnte und in Krakaca jene, der unerlaubten Verkehr gepflogen haben. Wer die Kasten vermengt, kommt nach Guḍapāka und wer es auf die Schwächen anderer absieht. Wer Lebewesen getötet hat, kommt nach Kṣārahraḍa; wer Land geraubt, nach Kṣuradhāra; wer Kühe und Gold geraubt nach Ambariṣa; wer Bäume vernichtet hat, nach Vajraśastraka; wer Honig geraubt hat, kommt nach Paritāpa; wer das Vermögen anderer weggenommen hat, nach Kālasūtra. Wer ständig Fleisch isst, kommt nach Kaśmala; wer keine Mehlklöse darbringt, nach Ugragandha; wer von Bestechung lebt, nach Durdhara und ebenso diejenigen, die sich an der Festnahme von Gefangenen ergötzen; nach Mañjūṣa, Loha und Apratiṣṭha, wer die Tradition tadelt; nach Pūtivaktra wer falsches Zeugnis gibt und nach Pariluṇṭha, wer Geld raubt. Nach Karāla kommt jener, der Kinder, Weiber und Greise tötet und den Brāhmaṇen Leid zufügt; nach Vilepa der Brāhmaṇe, der Schnaps trinkt und nach Mahāpreta, wer andere verletzt. Der Mann, der Ehebruch verübt, kommt auf einen glühenden eisernen Felsen (jvalantī ayasī śilā) und das unzüchtige Weib, das zu mehreren Männern geht, muss den Śālmalī-Baum umarmen¹). Denen, die fremde Weiber anschauen, werden die Augen zerschnitten. Die zu Müttern, Töchtern usw. in unsittlicher Absicht gehen, werden auf einen Haufen glühender Kohlen geworfen. Diebe werden mit Messern zerschnitten, und der Fleischesser muss sein eigenes Fleisch geniessen.

c7.s2.t45.49

¹ In Śloka 21 ist mir der Ausdruck „asphoṭajihvoddharaṇam“ nicht ganz verständlich.

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