Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t49.54
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t49.54
- Language
- German
c7.s2.t49.54
Hier ist Karīṣagarta, Kumbhīpāka, Padmapatrākṛti¹) und Peśī. Rākṣasa zerreissen mit Sägen die Sünder unter furchtbarem Geschrei. Hier ist der Asipatra-Wald und der Śṛṅgāṭaka-Wald. Hier sind Plätze (? śṛṅgāṭaka) mit glühendem Sande bedeckt (miśrita). Unnahbare schwarze und scheckige Hunde fressen die Verdammten, und Schlangen und Skorpionen ähnliche Tiere ergreifen sie. Hier ist ferner der Śālmalī-Baum mit seinen umgekehrt gerichteten Dornen. Die Toten müssen hier den furchtbaren Fluss, der voll von Schlangen ist, durchschreiten. Karambhavālukā ist 100 Yojana lang und gleicht einer Feuerflamme. Dann kommt der Fluss Vaitaraṇī mit seinem Salzwasser, 50 Yojana breit und 5 Yojana tief, mit tiefem Schlamm, zerstörend Fell, Fleisch und Knochen. Darin wohnen furchtbare Krebse mit Scheeren aus Diamant, und Eulen, die einen Dhanu gross sind, zerbrechen ihnen mit ihren diamantenen Zungen die Knochen. Sind sie mit Mühe aus Yojana-tiefem Schlamm herausgekommen, so wohnen einige in dem „öden Hause“ (śūnyāgāra), das ohne Stütze ist. Scharen von Mäusen fressen sie hier wiederholt bis auf die Knochen auf, und am Morgen erneuert ein Windstoss den Gerippen ihr Fleisch wieder. Eine Gavyūti vom Eingang in den Śūnyāgāra entfernt liegt der Sahakāra-(Mango-)Wald, den furchtbare Vögel bewohnen, die den Verdammten Haut, Fleisch, Kopfhaar, Augen und Ohren rauben. Südlich von ihm, nicht weiter als drei Yojana entfernt, steht ein Feigenbaum (vaṭavṛkṣa), in seiner Glut wie eine Wolke in der Morgendämmerung leuchtend. Der berühmte „Ofen des Yama“ (Yamacullī) ist 10 Yojana breit, 100 Yojana lang und 3 Yojana tief, stets glühend und mit Rauch verdunkelt. Zu Tausenden und Millionen werden die Seelen in ihn hineingeworfen. Einen Monat weilen sie in demselben, in ihm herumwandernd. Dann kommt der Fluss Śakunikā, der Fett und Speck mit sich führt, schnell dahinfährt und in der Höhlung des Ofens aufhört. Haben sie diesen mit Mühe überschritten, so kommen die „sieben Qualen“ (yātanāḥ saptakāḥ), jede einzelne furchtbar und schwer zu überstehen. Hier sind zehn Schlingpflanzen, Bratspiesse und dreizehn Kochtöpfe, und hier geht für den Gepeinigten eine böse Tagnacht vorbei. Von den erbarmungslosen Rākṣasa wird er am Spiess über rauchlosen Kohlen gebraten. Kopfunten wird er in Śuṣkodapāna und Dhūma aufgehängt, in Tikṣṇataila wird er geglüht, in Kaṭāhī wird er gekocht und in Karīṣagarta wiederum mit Fettfeuer geschmort. In jeder Abteilung wird er an den Bratspiessen usw. zehn Tage gequält. Ist er mit Not den „sieben Qualen“ entronnen, so kommt in einer Entfernung von drei Yojana der Fluss des Yama (Yamanadī), flüssiges Zinn als Wasser führend. Hat er diesen mit Mühe überschritten, so geht er eine Strecke weiter, nachdem er sich eine Stunde erholt hat. Zu einem lieblichen Teich mit kaltem Wasser und kühlen Hainen sucht er zu entrinnen (mokṣate). Hier erlangt er alle Wünsche; der Teich heisst „die Schwester Yama’s“ (bhaginī Yamasya). Alle Sünder erlangen hier Speise und Nahrung. Er vergisst aber alles, wenn er drei Tage hier geweilt hat. Dann kommt der Berg Śūlagraha, 100 Yojana hoch, ohne Zuflucht für die Wesen, sondern ein einziger Stein. Hier fällt stets Regen von heissem Wasser. Diesen übersteigt der Mensch mit Mühe in einem Tage und einer Nacht. Einen Rasenplatz sehen sie hier mit Namen Śṛṅgāraka-Wald, voll von schwarzen Fliegen und Bremsen. Diese berühren und stechen ihn, er erhält das Aussehen eines Wurmes und träufelt von Fleisch und Blut. Ist er von hier mit Mühe entwichen, erfährt er eine andere Pein. Er sieht, wie seine Eltern, Weiber und Söhne geschlagen werden, schreien und das Bewusstsein verlieren. Wenn er dieses grosse Leid gesehen hat, gerät er in Verwirrung ¹).