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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c9.s2.t12: B. Der Lavaṇoda-Ozean

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c9.s2.t12

Language
German

B. Der Lavaṇoda-Ozean

c9.s2.t12.1

Die Dimensionen des Lavaṇoda. Den Jambūdvīpa umgibt rings der Lavaṇoda (Salzmeer), der seinerseits wieder von dem Dhātakīkhaṇḍa-Kontinent eingeschlossen wird. Wie der Jambūdvīpa und alle weiteren Ring-Kontinente und Ring-Ozeane, ist er rings von einem Walle eingefasst, der hinsichtlich seiner Dimensionen und Ausstattung vollkommen der Terrasse des Jambūdvīpa gleicht. Die vier Tore nach den vier Himmelsrichtungen haben in der Reihenfolge von Osten nach Süden bei dem Lavaṇoda und allen weiteren Kontinenten und Meeren die gleichen Namen Vijaya, Vaijayanta, Jayanta und Aparājita ²). Die Breite des Lavaṇoda beträgt 200 000 Yojana und der Umfang etwas weniger als 1 581 139 Yojana. Die Tiefe des Ozeans beträgt am Rande von Dhātakīkhaṇḍa einen unendlich kleinen Bruchteil eines Aṅgula, nimmt dann nach innen hin von beiden Seiten aus gleichmässig zu, bis sie in einer Entfernung von 95 000 Yojana von den beiden Ufern 1000 Yojana beträgt ³). Die Differenz, um die die Tiefe bis zu diesem Punkte ständig zunimmt, beträgt also 1/95 Yojana, d. h. in einer Entfernung von 95 Yojana von einem der beiden Ufer aus ist das Meer 1 Yojana tief. Diese beiden 95 000 Yojana breiten ringförmigen Teile des Lavaṇoda heissen Gotīrtha. Der mittlere Teil des Lavaṇoda, der von beiden Ufern je 95 000 Yojana entfernt und 10 000 Yojana breit ist, hat eine gleichmässige Tiefe von 1000 Yojana. Die Angaben über die Höhe (utsedha) des Meeres werden weiter unten dargelegt werden.

c9.s2.t12.2

² Jīvābhigamasūtra Bl. 698 b; Lokaprakāśa S. 718 f.

c9.s2.t12.3

³ Jīvābhigamasūtra Bl. 714 a, 748 a ff.; Lokaprakāśa S. 714 f.

c9.s2.t12.4

Nach den vier Hauptrichtungen liegen in dem mittleren Teile des Lavaṇoda vier ge- Die Pātāla. waltige fassartige Behälter, Pātāla genannt ¹). Höhe und Durchmesser in der Mitte beträgt je 100 000 Yojana. Der Durchmesser an der Grund- und Scheitelfläche beträgt nur 10 000 Yojana. Die Wände haben eine gleichmässige Dicke von 10 000 Yojana, sind aus Diamant und durchsichtig. Nach Angabe der Śvetāmbara ²) und Digambara ³) sind ihre Namen folgende:

c9.s2.t12.5

| Himmels-richtungen | Śvetāmbara | Digambara |
| Osten | Vaḍavāmukha (Vaḷ(ḍ)avāmukha) | Pātāla |
| Süden | Keyūpa (Keūva) | Kadambaka |
| Westen | Yūpa (Jūva, Jambūdvīpas.: ºka) | Yugakeśarī |
| Norden | Īśvara (Īsara) | Vaḍavāmukha |

c9.s2.t12.6

Nach Angabe der Śvetāmbara ⁴) wohnen in ihnen die vier Götter Kāla, Mahākāla, Velamba und Prabhaṃjana (Pabhaṃjana), mit einer Lebensdauer von einem Palyopama. Zwischen den grossen Pātāla liegen noch eine Reihe kleiner Pātāla, über deren Anzahl die Angaben der beiden Jainasekten auseinandergehen. Nach den Śvetāmbara beträgt die Anzahl der kleinen Pātāla 7880, alle gleich gross, je 1000 Yojana hoch und breit in der Mitte mit einer Boden und Scheitelfläche von 100 Yojana Durchmesser. Ihre Wände sind 10 Yojana dick und bestehen ebenfalls aus Diamant. Ihre Gottheiten haben eine Lebensdauer von ¹/₂ Palyopama ⁵). Nach den Anschauungen der Digambara ⁶) liegen zwischen den grossen Pātāla nach den vier Zwischengegenden hin vier mittelgrosse Pātāla und in den von den grossen und mittelgrossen Pātāla freigelassenen acht Zwischenräumen je 125 kleine Pātāla. Die Gesamtzahl aller Pātāla beträgt 1008. Die Ausdehnung der mittelgrossen Pātāla beträgt ¹/₁₀ und die der kleinen ¹/₁₀₀ der grossen Pātāla.

c9.s2.t12.7

Alle diese fassartigen Behälter zerfallen in drei Abteilungen von gleicher Höhe. Das Einrichtung unterste Drittel derselben enthält Wind, das zweite Drittel enthält Luft und Wasser und das der Pātāla. oberste Drittel nur Wasser. Durch die Ausdehnung der in den Pātāla eingeschlossenen Winde wird das in denselben befindliche Wasser herausgeworfen, durch die Zusammenziehung derselben füllt sich der obere Teil derselben wieder mit Wasser. Durch das Auswerfen des Wassers wird das Volumen des Meeres vergrössert, das Meer steigt und nimmt wieder ab nach dem Eindringen des Wassers in die Pātāla. So entsteht Ebbe und Flut ⁷). Über die Höhe des Meeres, die mit dem Wechsel von Ebbe und Flut zusammenhängt, herrschen bei beiden Jainasekten etwas abweichende Anschauungen.

c9.s2.t12.8

Bei den Śvetāmbara scheinen zwei verschiedene Anschauungen vorzuliegen, die zum Höhe des Meeres Teil miteinander kombiniert worden sind. Nach dem Jīvābhigamasūtra ⁸) steigt die Höhe des nach den Śvetāmbara.

c9.s2.t12.9

1) Jīvābhigamasūtra Bl. 706 a ff.; Sthānāṅga Bl. 261 b; Trailokyadīpikā Bl. 43 b ff.
2) Sthānāṅga Bl. 261 b; Jīvābhigamasūtra Bl. 706 b; Jambūdvīpasamāsa S. 32; Lokapr. S. 719 f.
3) Trailokyadīpikā Bl. 44 a.
4) Jīvābhigamasūtra Bl. 708 a; Sthānāṅga Bl. 261 b; Lokaprakāśa S. 720.
5) Jīvābhigamasūtra Bl 709 a ff.; Lokaprakāśa S. 722 f.
6) Trailokyadīpikā Bl. 44 a.
7) Jīvābhigamasūtra Bl. 709 b ff.; Lokaprakāśa S. 723 f.
8) Bl. 750 ff.

c9.s2.t12.10

Meeres von beiden Ufern aus bis zu einer Entfernung von je 95 000 Yojana von 0 bis 16 000 Yojana. Die Höhe des inneren 10 000 Yojana breiten Ringes soll 16 000 Yojana betragen ¹). Die Differenz der Steigerung beträgt also ¹⁶/₉₅ . 1 Yojana. Nach der andern Anschauung, die man in Malayagiri’s Kommentar zum Jīvābhigamasūtra ²) und in Umāsvati’s Jambūdvīpasamāsa ³) findet, soll der Wasserspiegel bis zu dem inneren Ring des Lavaṇoda von 0 bis 700 Yojana steigen, während die Höhe des inneren Ringes 16 000 Yojana beträgt. Durch das Ausströmen des Wassers aus den Pātāla soll nun die Höhe des Meeres etwas weniger als ¹/₂ Yojana zunehmen, beim Einströmen desselben in jene aber wieder um das gleiche Mass zurückgehen ⁴).

c9.s2.t12.11

Nach der Anschauung der Digambara ⁵) wird zwischen Breite und Höhe des Meereskammes zurzeit des Neu- und Vollmondes unterschieden. Zur Neumondszeit beträgt die Breite desselben 69 350 und seine Höhe 11 000 Yojana, zur Vollmondszeit beträgt — übereinstimmend mit den Śvetāmbara — die Breite 10 000 und die Höhe 16 000 Yojana. Die Differenz von 5000 Yojana verteilt sich auf die 15 Tage der Zu- und Abnahme des Mondes so, dass die Höhe des Meereskammes je 333¹/₃ Yojana Tag für Tag zu- resp. abnimmt. Mit dem Steigen oder Fallen desselben ist die Abnahme oder Zunahme der Breite desselben bedingt.

c9.s2.t12.12

Damit die Wasserhöhe (agrodaka) nicht den Jambūdvīpa oder den Dhātakīkhandha überflutet, tragen 42 000 Nāga die innere Flutmasse (velā) und 72 000 Nāga die äussere Flutmasse (velā) und 60 000 (Trailokyadīpikā ⁶) 28 000) Nāga tragen die Spitze ⁷). Die Nāga, die die innere Flutmasse tragen und dadurch den Jambūdvīpa vor Überschwemmung schützen, zerfallen in Velamdharanāga und Anuvelamdharanāga. Beide haben je vier Könige (rāja), mit einer Lebensdauer von einem Palyopama. Ihre Namen sind nach Angabe der Śvetāmbara ⁸) folgende:

c9.s2.t12.13

| Velamdharanārāja | Anuvelamdharanārāja |
| Gostūpa (Gotthubha) | Karkoṭaka (Kakkoḍaya) |
| Śivaka (Sivaya) | Kardama (Kaddama) |
| Śaṅkha (Saṅkha) | Kailāsa (Kelāsa) |
| Manaḥśilāka (Maṇosilaya, Jambūdvīpasamāsa: Manohrada) | Aruṇaprabha (Aruṇappabha, Jambūdvīpasamāsa: Aruṇa) |

c9.s2.t12.14

Sie wohnen auf Wohnbergen (āvāsaparvata), die aus verschiedenen Metallen oder Edelsteinen bestehen. Die Namen derselben sind folgende ⁹):

c9.s2.t12.15

1) Einschliesslich der 1000 Yojana Tiefe also 17 000 Yojana.
2) Bl. 714b, ebenfalls erwähnt im Lokaprakāśa S. 716.
3) S. 32.
4) Jīvābhigamasūtra Bl. 713b.
5) Trailokyadīpikā Bl. 44b; Trailokyasāra Bl. 58a.
6) Bl. 44b. Ebenso Trailokyasāra Bl. 58a.
7) Jīvābhigamasūtra Bl. 714; Lokaprakāśa S. 726.
8) Jīvābhigamasūtra Bl. 715a, 724b; Sthānāṅga Bl. 262a f.; Jambūdvīpasamāsa S. 32.
9) Jīvābhigamasūtra Bl. 715b ff., 725 ff.; Jambūdvīpasamāsa S. 32; Sthānāṅga Bl. 262a f.; Lokaprakāśa S. 727 f.

c9.s2.t12.16

| Berge der Velaṃdharanāgarāja | oder Edelstein Metall | Berge der Anuvelaṃdharanāgarāja | Metall oder Edelstein |
| Gostūpa (Gotthubha) | Gold | Karkoṭaka (Kakkodaya) | |
| (U)Dakābhāsa (Daobhāsa) | Aṅka | Vidyutprabha (Vijjuppabha, | |
| Śaṅkha (Saṅkha) | Silber | Jambūdvīpasamāsa: Kārdama, | Edelstein |
| Udakasīman (Udagasīma, Loka- | Beryll | Sthānāṅga: Vijjujijjha) | |
| prakāśa: Daka⁰, Sthānāṅga: | | Kailāsa (Kelāsa) | |
| Dāma) | | Aruṇaprabha (Aruṇappabha) | |

c9.s2.t12.17

Die Berge der Velaṃdharanāgarāja liegen nach den vier Kardinalpunkten, die der Anuvelaṃdharanāgarāja nach den vier Zwischenpunkten der Windrose, alle je 42 000 Yojana von der Küste des Jambūdvīpa entfernt. Ihre Höhe beträgt je 1721 Yojana, ihre Tiefe 430¹/₃ Yojana und ihr Durchmesser am Grunde 1022, in der Mitte 723 und an der Spitze 424 Yojana. Sie sind rings von Lotusterrassen und Gebüschen umgeben und tragen auf einer wundervollen Ebene in der Mitte Paläste, die je 62¹/₂ Yojana hoch und 31¹/₄ Yojana lang und breit sind. Ihre Namen haben die Berge von Lotussen, die in kleinen Teichen wachsen und Gostūpa usw. ähnlich sehen, und von den sie bewohnenden Gottheiten. Die eigentlichen Residenzen der letzteren, die nach ihnen benannt sind, liegen jedoch unzählig viele Dvīpa und Meere weit entfernt in einem andern Lavanoda, ähnlich wie es auch von den Residenzen der Vijaya- usw. Gottheiten berichtet wird.

c9.s2.t12.18

Nach der Trailokyadīpikā ¹) liegen die acht Berge Kaustubha, Kaustubhābhāsa, Atyudaka, Udakaprabha, Śaṅkha, Mahāsacava, Gadādri, Gadavāsaka, mit einem Durchmesser von 1000 Yojana an der Spitze, nach den Hauptrichtungen der Windrose, je 42 000 Yojana vom inneren und äusseren Ufer entfernt. Nach den Zwischengegenden liegen ebenfalls acht Berge in der gleichen Entfernung von den beiden Ufern und in den zweimal acht Zwischenräumen 16 Berge, zusammen also 32, von gleichnamigen Vyantara-Gottheiten bewohnt, glänzend durch ihre Paläste, Wälder und Terrassen.

c9.s2.t12.19

Im Westen des Mandara (Trailokyadīpikā: nordwestlich [vāyavya] ²)), 12 000 Yojana vom Ufer des Jambūdvīpa entfernt, liegt im Ozean die Insel Gautamadvīpa (Goamadīva), dem Susthita, dem Herrn des Lavanoda, gehörig, 12 000 Yojana im Durchmesser und etwas mehr als 37 948 Yojana im Umfang ³). Die Insel steht nach der Seite des Jambūdvīpa hin 126³⁰/₉₅ + 88⁴⁰/₉₅ und nach der Seite von Dhātakīkhaṇḍa hin um die doppelte Anzahl Yojana tief im Wasser. Nach dem Jambūdvīpa hin ragt sie 88¹/₂ + ⁴⁰/₉₅ und nach dem Dhātakīkhaṇḍa hin nur ¹/₂ Yojana über dem Wasserspiegel hervor ⁴). Auf der Insel steht inmitten einer lieblichen Ebene eine Halle (vihāra), auf viele hundert Säulen gestützt, mit Namen Krīḍāvāsa (Kīlāvāsa), von gleichen Dimensionen wie die Tempel der obengenannten Berge. In dieser Halle ist eine liebliche Ebene und in ihrer Mitte steht ein Sockel (pīthikā), 2 Yojana im Durchmesser und 1 Yojana hoch, ganz aus Edelstein. Auf demselben befindet sich ein Götterbett. Die Lebensdauer des Gottes Susthita beträgt 1 Palyopama Jahre, und die Insel hat ihren Namen von Lotussen.

c9.s2.t12.20

¹ Bl. 45 a. 2) Bl. 45 b.

c9.s2.t12.21

² 3) Jivābhigamasūtra Bl. 727 ff.; Jambūdvīpasamāsa S. 32; Lokaprakāśa S. 734 ff.

c9.s2.t12.22

³ 4) Die Zahlen lassen sich nach den obigen Angaben über Tiefe und Höhe des Meeres leicht berechnen.

c9.s2.t12.23

Die Mondinseln und Sonneninseln. Im Osten des Jambūdvīpa liegen je 12 000 Yojana vom Ufer entfernt die beiden Mondinseln (Candradvīpa, Caṇdadīva), den beiden Monden des Jambūdvīpa gehörig, und im Westen in gleicher Entfernung vom Ufer die beiden Sonneninseln (Sūryadvīpa, Sūradīva), den beiden Sonnen des Jambūdvīpa gehörig¹). Ihre Dimensionen sind denen des Gautamadvīpa gleich, ebenso die ihrer Paläste denen der Nāgarāja-Berge. Sonnen und Monde haben eine Lebensdauer von 1 Palyopama. Ebenso liegen die Inseln der inneren Monde und Sonnen des Lavaṇoda je 12 000 Yojana von der Küste des Jambūdvīpa und die Inseln der äusseren Sonnen und Monde des Lavaṇoda um die gleiche Strecke von der inneren Küste von Dhātākīkhaṇḍa entfernt nach der gleichen Richtung im Lavaṇoda. So ist es bei allen folgenden Meeren²).

c9.s2.t12.24

¹ Jīvābhigamasūtra Bl. 730 ff.; Jambūdvīpasamāsa S. 32; Lokaprakāśa S. 636 f.

c9.s2.t12.25

² Jīvābhigamasūtra Bl. 738 ff.; Lokaprakāśa S. 736 f.

c9.s2.t12.26

Die Antaradvīpa u. ihre Bewohner nach den Angaben der Svetāmbara. Ausserdem liegen im Lavaṇoda noch andere Inselgruppen, über die die Anschauungen der Svetāmbara und Digambara auseinander gehen. Nach den Svetāmbara³) liegen in der Nähe Bharata's nach beiden Seiten des Himavat je zwei Gruppen von Inseln (antaradvīpa). Die beiden Gruppen am Ostende des Himavat liegen in zwei Reihen geordnet, die zum Gebirge nach Nordost und Südost verlaufen, während die Inselreihen am Westende des Himavat südwestlich und nordwestlich zu demselben liegen. Alle vier Gruppen enthalten je sieben Inseln, zusammen also 28 Inseln, die nach den Entfernungen von der Küste geordnet, in sieben Gruppen zu je vier Inseln aufgezählt werden. Die Entfernung der innersten vier Inseln von der Küste beträgt je 300 Yojana, die Entfernung der nächsten vier von derselben beträgt je 400 Yojana usw., die letzten vier je 900 Yojana. Der Durchmesser der Inseln ist gleich ihrer Entfernung von der Küste. Ihre Namen sind in der Reihenfolge von Osten nach Süden folgende:

c9.s2.t12.27

³ Sthānāṅga Bl. 259 ff.; Jīvābhigamasūtra Bl. 344 f., 359 f.; Jambūdvīpasamāsa S. 33; Karmagrantha 1 Bl. 18 a f.; Lokaprāśa S. 737.

c9.s2.t12.28

| Himmelsrichtung vom Himavat aus | I. Gruppe. 300 Yojana Entfernung und 300 Yojana Durchmesser | II. Gruppe. 400 Yojana Entfernung und 400 Yojana Durchmesser | III. Gruppe. 500 Yojana Entfernung und 500 Yojana Durchmesser |
| Nordosten | Ekoruka (Egurua) | Hayakarṇa (Hayakaṇṇa) | Ādarśamukha (Ayaṃsamuha) |
| Südosten | Ābhāṣika (Ābhāsia) | Gajakarṇa (Gayakaṇṇa) | Meṇḍhamukha (Meṇḍha(ga)muha, (Jambūdvīpasamāsa: Meṣamukha) |
| Südwesten | Nāṅgūlika (Naṅgolia, Jambūdvīpasamāsa: Lāṅgo) | Gokarṇa (Gokaṇṇa) | Ayomukha (Aomuha, Jambūdvīpasamāsa: Hayamukha) |
| Nordwesten | Vaiṣānika (Vesāṇia, Var.: Vaisālika) | Śaṣkulīkarṇa (Sakkulikaṇṇa) | Gajamukha (Gayamuha, Sthānāṅga, Karmagr., Jambūdvīpas.: Gomukha) |

c9.s2.t12.29

| Himmels-richtung vom Himavat aus | IV. Gruppe. 600 Y. Entfernung u. 600 Y. Durchm. | V. Gruppe. 700 Y. Entfernung u. 700 Y. Durchm. | VI. Gruppe. 800 Yoj. Entfernung u. 800 Yoj. Durchm. | VII. Gruppe. 900 Yoj. Entfernung u. 900 Yoj. Durchm. |
| Nordosten | Aśvamukha (As-samuha) | Aśvakarṇa (Assa-kaṇṇa) | Ulkāmukha (Ukkā-muha) | Ghanadanta (Ghaṇa-danta) |
| Südosten | Hastimukha (Ha-tthimuha) | Simhakarṇa (Sī-hakaṇṇa, Sthān.: Hatthikaṇṇa) | Meghamukha (Mehamu-ha, Jambūdvīpasam.: Vidyujjihva) | Laṣṭadanta (Laṭṭhadanta, Jambūdvīpasam.: Gūḍhadanta) |
| Südwesten | Simhamukha (Sī-hamuha) | Akarṇa (Akaṇṇa, Jambūdvīpas.: Hastikaṛṇa) | Vidyudmukha (Vijju-muha, Jambūdvīpas.: Meghamukha) | Gūḍhadanta (ts., Jam-būdvīpasamāsa: Viśi-ṣṭadanta) |
| Nordwesten | Vyāghramukha (Vagghamuha) | Karṇaprāvaraṇa (Kaṇṇapāvaraṇa) | Vidyujjihva (Sthānāṅ-ga, Karmagr., Jambū-dvīpas.: Vidyuddanta) | Śuddhadanta (Śuddha-danta) |

c9.s2.t12.30

Auf diesen Inseln wohnen Menschenpaare (yugamuruṣa) ähnlich wie z. B. in dem Varṣa Haimavata. Sie tragen die Namen der betreffenden Insel, auf der sie leben, haben eine Körpergrösse von 800 Dhanus, und eine Lebensdauer von einem unzählig kleinen Teil eines Palyopama ¹).

c9.s2.t12.31

In der Nähe von Airāvata liegen zu beiden Enden des Śikharin ebenfalls die Inselgruppen, den Inseln in der Nähe des Himavat genau entsprechend. Diese tragen auch die gleichen Namen, aber wegen der veränderten Lage in umgekehrter Reihenfolge. Die Gesamtsumme dieser Inseln (antaradvīpa) beträgt also 56.

c9.s2.t12.32

Wesentlich verschieden sind die Anschauungen der Digambara ²). Nach denselben liegen um den Jambūdvīpa herum nach den vier Hauptrichtungen vier, nach den vier Zwischengegenden ebenfalls vier und nach den acht Zwischenzwischengegenden acht Inseln. Ausserdem liegen an den beiden Seiten des Himavat, des Śikharin und der beiden Vijayārdha-Gebirge in Bharata und Airāvata zwei Inseln. Ebensoviel Inseln liegen am inneren Ufer von Dhātakikhaṇḍa. Im Ganzen sind es also 48 Inseln. Ebensoviel Inseln liegen im Ozean Kāḷoda. Für die Inseln nach den Haupt- und Zwischengegenden beträgt die Entfernung vom Ufer je 500 Yojana, für diejenigen, die nach den Zwischengegenden liegen, je 550 Yojana und für diejenigen in der Nähe der Gebirge je 600 Yojana. Die Inseln nach den Hauptrichtungen sind je 100 Yojana, die nach den Zwischengegenden je 55, die nach den Zwischenzwischengegenden je 50 und alle übrigen je 25 Yojana breit. Die Höhe der Inseln vom Meeresboden bis zum Wasserspiegel ist gleich der Summe aus der Meerestiefe (1: 1/95 Yojana) und der Meereshöhe (1: 16/95 Yojana), mit Rücksicht auf die Ebene des Jambūdvīpa berechnet. Folgende Tabelle möge eine Übersicht über die Grössenverhältnisse dieser Inseln geben:

c9.s2.t12.33

Die Antaradvīpa nach den Angaben der Digambara.

c9.s2.t12.34

1) Jambūdvīpasamāsa S. 33.
2) Trailokyadīpikā Bl. 45 b ff.; Trailokyasāra Bl. 58 b.

c9.s2.t12.35

| Lage der Inseln | Anzahl d. Inseln | Entfernung von d. Küste des Jambū-dvīpa | Breite der Inseln | Tiefe des Meeres (1:¹/₉₅ Yoj.) | Höhe des Meeres (1:¹⁶/₉₅ Yoj.) | Gesamthöhe der Inseln vom Meeresboden bis zum Meeresspiegel |
| Nach den Hauptgegenden . . . | 4 | 500 Yoj. | 100 Yoj. | ⁵⁰⁰/₉₅ = ⁵⁵/₁₉ Y. | 500.¹⁶/₉₅ = 84⁴/₁₉ Y. | ⁵⁵/₁₉ + 84⁴/₁₉ Y. = 89⁹/₁₉ Y. |
| Nach den Zwischengegenden . . . | 4 | 500 " | 55 " | ⁵⁰⁰/₉₅ = ⁵⁵/₁₉ " | 500.¹⁶/₉₅ = 84⁴/₁₉ " | ⁵⁵/₁₉ + 84⁴/₁₉ " = 89⁹/₁₉ " |
| Nach den Zwischenzwischengegenden . | 8 | 550 " | 50 " | ⁵⁵⁰/₉₅ = ⁵¹⁵/₁₉ " | 550.¹⁶/₉₅ = 92¹²/₁₉ " | ⁵¹⁵/₁₉ + 92¹²/₁₉ " = 98⁸/₁₉ " |
| Beim Bharatavijayārdha . . . | 2 | 600 " | 25 " | ⁶⁰⁰/₉₅ = ⁶⁶/₁₉ " | 600.¹⁶/₉₅ = 101¹/₁₉ " | ⁶⁶/₁₉ + 101¹/₁₉ " = 107⁷/₁₉ " |
| Beim Himavat . . . | 2 | 600 " | 25 " | ⁶⁰⁰/₉₅ = ⁶⁶/₁₉ " | 600.¹⁶/₉₅ = 101¹/₁₉ " | ⁶⁶/₁₉ + 101¹/₁₉ " = 107⁷/₁₉ " |
| Beim Śikharin . . . | 2 | 600 " | 25 " | ⁶⁰⁰/₉₅ = ⁶⁶/₁₉ " | 600.¹⁶/₉₅ = 101¹/₁₉ " | ⁶⁶/₁₉ + 101¹/₁₉ " = 107⁷/₁₉ " |
| Beim Airāvatavijayārdha . . . | 2 | 600 " | 25 " | ⁶⁰⁰/₀₅ = ⁶⁶/₁₉ " | 600.¹⁶/₉₅ = 101¹/₁₉ " | ⁶⁶/₁₉ + 101¹/₁₉ " = 107⁷/₁₉ " |

c9.s2.t12.36

Die Namen der Inselbewohner sind wahrscheinlich in der Reihenfolge von Osten nach Norden nach den Digambara ¹) folgende:

c9.s2.t12.37

¹ Trailokyādīpikā Bl. 46 a f.; Trailokyasāra Bl. 58b.

c9.s2.t12.38

| | Nach den Hauptrichtungen gelegen | Nach den Zwischengegenden gelegen | Nach den Zwischenzwischengegenden gelegen | In der Nähe des Bharatavijayārdha und Himavat | In der Nähe des Airāvatavijayārdha und Śikharin |
| 1 | Ekoruka | Śaśakarṇa | Simhamukha | Vyāghramukha | Matsyamukha | Hastimukha |
| 2 | Saśṛṅga (Tralokyasāra: Viṣāṇi) | Sakulikarṇa | Aśvamukha | Śūkaramukha | Kālamukha | Ādarśamukha |
| 3 | Lāṅgūlin | Karṇaprāvarṇa | Māhiṣamukha | Gomukha | Meghamukha | Meṣānana |
| 4 | Abhāṣin | Lambakarṇa | Ulūkamukha | Kapivaktra | Vidyunmukha | Maṇḍalānana |

c9.s2.t12.39

Die Ekoruka wohnen in Erdhöhlen und nähren sich von süsser Erde, die übrigen wohnen unter Bäumen und leben von Blättern, Blüten und Früchten.

Cites (6)