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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c9.s2.t6.1

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c9.s2.t6.1

Language
German

c9.s2.t6.1

Südlich vom Himavat liegt Bharata. Es wird durch das dem Himavat parallele Vaitā-dhya-(Veaddha-) oder Vijayārdha-Gebirge in zwei Streifen geteilt, Uttarabharatārdha und Dakṣiṇabharatārdha, je 238³/₁₉ Yojana breit, woher sich der Name Vijayārdha erklärt ²). Die Form Vijayādhya ³) ist höchst wahrscheinlich eine schlechte Lesart und durch Anlehnung an den Namen Vaitādhya entstanden. Im Osten und Westen wird es ebenso wie die Weltgebirge vom Meere begrenzt. Es besteht aus drei Teilen (khaṇḍa), die in der Reihenfolge von unten nach oben 50, 30 und 10 Yojana breit und 10, 10 und 5 Yojana hoch sind, so dass der Gebirgszug die Form eines treppenartigen Aufbaues hat. Ausserdem dient noch ein Stück von 6¹/₄ Yojana Höhe unter der Oberfläche als Fundament. Wie schon erwähnt, hat er zwei Höhlen, 50 Yojana lang, 12 Yojana breit und 8 Yojana hoch, die von den beiden Hauptflüssen Bharata's, Gaṅgā (Ganges) und Sindhu (Indus) passiert werden ⁴). Die östliche Khaṇḍaprapātā ist der Wohnsitz des Gottes Nṛtamāla(ka) (Naṭṭa°) und die westliche Tamisră (Tamiśrā) der des Kṛtamāla(ka) (Kaya⁹). In dieser entspringen die beiden Flüsse Unmagnajalā und Nimagnajalā, 12 Yojana lang und 3 Yojana breit. Nach der Trailokyadīpikā ⁵) entspringen die beiden Flüsse in der Khaṇḍaprapātā-Höhle, heissen Umnagā und Nimnagā, sind nur 2 Yojana lang und breit und münden in die Gaṅgā. Die Höhleneingänge sind durch Tore verschlossen, deren Dimensionen denen des Vijaya-Tores gleich sind, haben also eine Höhe von 8 und eine Breite und Tiefe von 4 Yojana. Auf dem ersten Absatz des Vaitādhya in einer Höhe von 10 Yojana sind auf beiden Seiten desselben Vidyādhara-Städte, und zwar auf der südlichen Seite 50 und der nördlichen 60. Nach den Śvetāmbara beginnt die südliche Reihe mit Rathanūpuracakravāla (Rahaṇeuracakkavāla) und die nördliche mit Gaganavallabha ⁶). Leider gibt Śānticandra gaṇi in seinem Kommentar Prameyaratnamañjuṣa zur Jambūdvīpaprajñapti ⁷) keine ausführliche Liste dieser Städte. Eine solche liegt bisher nur in einer handschriftlich vorhandenen Rezension des Paumacariya vor, auf die mich Prof. Jacobi im letzten Augenblick aufmerksam macht. Diese Liste ist ganz abweichend von der Digambara-Version. Da ich aus technischen Gründen dieselbe hier nicht einfügen kann, werde ich sie am Schlusse des Buches nachliefern.

Cites (1)