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Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.34

Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.34

Language
German

c4.s2.34

Ich will nun versuchen, hier im 6. Buche einige grössere Partien als spätere Einschiebsel nachzuweisen. Nachdem das Heer der Affen über den Ocean gesetzt war, erblickte Râma schreckliche Zeichen, die den bevorstehenden Kampf verkünden VI 23. Dieselben Verse 23, 2—13 kehren wörtlich in 41, 11—22 wieder. Wenn wir die zwischen beiden Stellen stehenden Gesänge weglassen, vermissen wir nichts Wesentliches. In denselben wird erzählt, wie Çuka und Sâraṇa das Heer der Affen ausspioniren und darüber Râvaṇa berichten. Der schickt dann noch einen Spion Çârdûla und erhält auch von ihm Bericht. Çârdûla und Çuka sind aber schon vorher als Spione im 20. Gesange aufgetreten, ehe das Heer über den Ocean gesetzt war. Offenbar ist die eine Erzählung durch die andere veranlasst, und zwar scheint mir die an späterer Stelle stehende die ältere zu sein. Denn der Gedanke ist berechtigter, das vor Lankâ lagernde Heer durch Spione ausforschen zu lassen, als das noch jenseits des Oceans befindliche. Aber das allmähliche Wachstum der Erzählung können wir noch weiter verfolgen. Denn da Çârdûla dasselbe leistet wie Çuka und Sâraṇa, so ist die eine Erzählung kaum etwas besseres als eine Variation der anderen. Übrigens scheint mir jede Erzählung von einer Spionage überflüssig zu sein, weil sie keinerlei Einfluss auf den weiteren Gang des Gedichtes hat. Aber da in der Kriegskunst der Inder die List eine wenigstens ebenso grosse Rolle wie die Tapferkeit spielt, so mögen sich spätere Sänger veranlasst gesehen haben, das Versäumnis Vâlmîki's nachzuholen.

Cites (1)