Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c5.s2.40
Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c5.s2.40
- Language
- German
c5.s2.40
Wenn also das Râmop. das Râmâyaṇa, und zwar im Grossen und Ganzen in der uns (in C) vorliegenden Gestalt, voraussetzt, so könnte man noch fragen, weshalb es überhaupt gedichtet wurde, da ja das Original allgemein bekannt war. Die Antwort ergiebt sich von selbst: das Mahâbhârata sollte eine grosse Encyklopädie sein, die alle Sagen und alles Wissenswerte enthielt ¹). Da durfte natürlich auch die Sage von Râma nicht fehlen. Sie wurde dem MBh einverleibt in derselben Weise wie viele ältere Sagen: sie wurde umgedichtet, um besser hinein zu passen. Das Verhältnis des Râmâyaṇa zum Râmop. lässt uns ahnen, wie viel andere Sagen bei dieser Umdichtung eingebüsst haben, z. B. die Geschichte von Nala. So schön letztere ihrem Inhalte nach ist, so wenig befriedigend ist die Form, in die ein handwerkmässiger Dichter sie im Nalopâkhyâna gebracht hat. Nur kleinere zusammenhängende Stücke in der altertümlichen, beinahe noch vedischen, Triṣṭubh und Jagatî, sind von der späteren Umdichtung verschont und im wesentlichen wohl unverändert erhalten geblieben.