Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c5.s2.46
Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c5.s2.46
- Language
- German
c5.s2.46
An Stelle der stets wechselnden Mannigfaltigkeit wäre mit der Zeit ein buntscheckiges Wesen getreten in Strophen, deren Zeilen zwar von derselben Silbenzahl, aber nach verschiedenem Typus gebaut gewesen wären. Es ist nun leicht begreiflich, und die Entwickelungsgeschichte des Metrums bestätigt es auch, dass jeder der im Âkhyânaka mit anderen gemischt auftretenden Typen das Bestreben haben musste, sich rein und ausschliesslich zu entfalten, d. h. dass die ganze Strophe aus Zeilen desselben Typus gebaut wurde. So trat an Stelle des alten Âkhyânaka die Upajâti-Strophe, bei der alle Mannigfaltigkeit aufgehört hatte, wenn man nicht etwa in dem Wechsel von 13- und 14silbigen Zeilen, den sich allerdings klassische Dichter nicht erlauben, einen gewissen Ersatz dafür sehen will. Jüngere Stücke in solchen Upajâti- und Vamçasthâ-Strophen finden sich im Mahâbhârata in grösserer Zahl, im Râmâyaṇa aber nur in geringerer, wobei obendrein der Zweifel sehr berechtigt ist, ob diese Stellen nicht alle sammt und sonders spätere Zusätze sind. Zur Abwechselung war ein solches kunstvolleres Metrum auch ganz wohl angethan, aber wegen seiner starren Einförmigkeit war es nicht als episches Versmass geeignet; denn in ihm mussten Epen von der Ausdehnung, wie sie in Indien üblich war, von unausstehlicher Eintönigkeit werden.