Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c5.s2.47
Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c5.s2.47
- Language
- German
c5.s2.47
Anders und umgekehrt ging die Entwickelung bei der Anushṭubh von einer gewissen Einförmigkeit des vedischen Verses zu grösserer Mannigfaltigkeit in den Brâhmaṇa und Upanishaden. Im epischen Çloka erscheint nun die Willkür durch bestimmte Gesetze gebunden, die aber trotzdem noch eine grosse Abwechselung zulassen. Sehen wir davon ab, dass die erste und letzte Silbe eines jeden Pâda anceps ist, so bleiben für die geraden Pâda 5 Formen; für die ungraden der Pathyâ 6, für dieselben aller vier zulässigen Vipulâ 8; also für den Halbçloka (als kleinste metrische Einheit) 6 × 5 + 8 × 5 = 70 Formen. Rechnen wir noch die Variationen hinzu, die aus der Doppelzeitigkeit der ersten und letzten Silbe folgen, so erhalten wir im Ganzen 4 × 70 = 280 Variationen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Variationen sind aber nicht derart, dass der gemeinsame Charakter verwischt würde, und auch ihre grosse Anzahl verhinderte, dass sich festbestimmte Typen hätten entwickeln können. Selbst die Vipulâ-Arten, die noch am ehesten als abweichende Typen erscheinen könnten, thun es dennoch nicht, weil der Vipulâ-Pâda ja mit dem immer denselben Typus aufweisenden geraden Pâda zu einer Einheit verbunden ist, so dass das Abweichende seines Charakters nicht zur vollen Geltung gelangen kann ¹).