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Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c5.s3.3

Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c5.s3.3

Language
German

c5.s3.3

Ich halte diese Erzählung nicht für altertümlicher als Vâlmîki's Râma-Sage, sondern für eine Entstellung derselben. Zwar fehlt Çatrughna, aber die Zahl der Kinder Daçaratha's beläuft sich trotzdem auf vier, da Sîtâ zu seiner Tochter gemacht ist. Sie war sicher ursprünglich und nicht erst nach dem Exil Râma's Gattin, worauf der Zusatz devî zu ihrem Namen hindeutet. Ferner ist in der buddhistischen Erzählung die Wahlgabe ganz überflüssig, da Daçaratha nicht ihretwegen, sondern aus Furcht vor den Intriguen der Königin, die Prinzen in den Wald ziehen lässt. Wir müssen deswegen voraussetzen, dass in der dem Erzähler des Jâtaka vorliegenden Sage die Verbannung Râma's, der ja allein zur Thronfolge berechtigt war, durch die Wahlgabe veranlasst wurde. Man beachte auch, wie albern die Dauer des Exils, sowie Râma's Verbleiben im Walde nach Bharata's Ankunft motivirt ist. Man sieht leicht ein, dass Râma aus einem zwingenderen Grunde sein Wort gegeben haben muss, nicht vor der bestimmten Zeit, hier 12 Jahre, in die Vaterstadt zurückzukehren. Und endlich wie abgeschmackt ist die Geschichte mit den Sandalen, wenn der rechtmässige Herrscher nur drei Jahre abwesend sein soll; wie berechtigt und wirkungsvoll dagegen im Râmâyaṇa, nach dem Bharata sofort, nicht erst nach 9 Jahren, den Râma aufsucht und letzterer noch 14 Jahre in der Verbannung bleiben soll. So beweisen die innern Widersprüche im Jâtaka, dass seine Erzählung auf einer Râma-Sage beruhte, die der des Râmâyaṇa in wichtigen Punkten bedeutend näher stand, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Cites (1)