Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.2
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.2
- Language
- German
c4.2
Die vedischen Verse sind aus Reihen von acht, elf oder zwölf Sylben gebildet, neben welchen in seltenerer Verwendung eine fünfsylbige Reihe steht. Diese Reihen (Pâdas) sind die Einheiten, mit denen es die altindische Metrik zu thun hat; innerhalb derselben zeigt die Bemessung und Vertheilung der zu gestaltenden metrischen Materie, der langen und kurzen Sylben, nicht oder doch nicht durchweg jene scharfe und feste Ausprägung, die ein Zurückgehen auf kleinere Einheiten, auf Füsse wie in der griechischen Metrik, möglich machen würde. Nur der Schluss des Pâda weist eine feste oder doch vergleichsweise feste Regelung des Wechsels von Längen und Kürzen auf. Es sind die letzten vier oder fünf Sylben der Reihe, die in dieser Weise an eine Regel gebunden sind, und zwar so, dass Längen und Kürzen abwechseln. Der fünfsylbigen Reihe allein mangelt, wie dies bei ihrem geringen Umfang natürlich ist, der Gegensatz eines nicht geordneten Eingangs und eines geordneten Ausgangs; sie ist in ihrer ganzen Ausdehnung als verhältnissmässig fest bestimmt anzusehen. Die Scheidung des geordneten und des nicht geordneten Theils, sodann bei den elf- und zwölfsylbigen Reihen die Cäsur, ergeben die einzigen Eintheilungen der Reihe, mit welchen unsere Untersuchung operiren kann, da, wie wir erwähnten und später zu begründen haben werden, der Begriff des Fusses im Sinne der antiken Metrik hier nicht anwendbar ist.