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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.8.2

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.8.2

Language
German

c4.8.2

Längst ist denn auch, insonderheit von Seiten der Avestaforschung²), der Zusammenhang von Versmaassen des Avesta mit den wichtigsten Grundformen der vedischen Metrik erkannt und hervorgehoben worden: die achtsylbige Reihe in drei-, vier- oder fünffacher Wiederholung zu Versen verbunden, vergleicht sich der Gâyatrî, Anushṭubh und Paṅkti des Veda; die viermal gesetzte elfsylbige Reihe mit der Cäsur nach der vierten Sylbe entspricht der Trishṭubh. So ist die fest bestimmte Sylbenzahl der Reihen, die Cäsur, die strophische Verbindung der Reihen zu Versen, worin die Uebereinstimmung von Veda und Avesta sich beweist. In Bezug auf den metrischen und rhythmischen Bau der einzelnen Reihen fehlt zu einer weiter durchgeführten Vergleichung der Boden: im Avesta werden bekanntlich die Sylben der Verszeile einfach gezählt, ohne dass der Wechsel von Längen und Kürzen gesetzmässig geregelt wäre, und damit entgeht uns zugleich jeder directe Anhalt, um den Rhythmus, welcher auch den avestischen Versen kaum schlechthin gefehlt haben kann, zu erkennen. Bleiben wir aber zunächst rein bei der Sylbenzahl und Quantität, so legen die angeführten Thatsachen, wie dem Scharfblick Westphal’s nicht entgangen ist, die Annahme ausserordentlich nahe, dass die metrische Kunst der indoiranischen Zeit eben den Standpunkt einnahm, welchen das Avesta bewahrt hat, den der einfachen Nebeneinanderstellung einer festgesetzten Zahl von Sylben mit indifferenter Quantität.