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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.8.3

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.8.3

Language
German

c4.8.3

In der That würde, wie mir scheint, auch ohne ihr iranisches Gegenbild die Metrik des Veda auf eben diesen Standpunkt als auf einen überwundenen, der Vergangenheit angehörigen zurückweisen. Wenn man beispielsweise die Metrik der Trishṭubh und Jagatî in ihrer geschichtlichen Entwicklung verfolgt, so sieht man, wie gleichsam vor den Augen des Forschers, der von der ältesten Zeit ausgehend immer jüngere Perioden betrachtet, die prosodische Bestimmtheit, zuerst auf ein begrenztes Gebiet der Verszeile eingeschränkt, immer weiter greift und immer intensivere Geltung gewinnt: so dass wir, wenn wir dieselbe Tendenz auch in der vorvedischen Zeit wirkend denken, als Ausgangspunkt der Entwicklung eben den im Avesta thatsächlich erhaltenen Zustand anzunehmen haben. Prüfen wir ferner die Metrik der Gâyatrî, so zeigt uns hier der Veda selbst zwei in verschiedenen Richtungen entwickelte Formen offenbar eines und desselben zu Grunde liegenden Verses: zwei Formen, welche erst an dem durch das Avesta bezeichneten Punkt der prosodischen Indifferenz zusammentreffen. Dem Rhythmus allerdings der indoiranischen Verskunst werden wir, wenn das hier Gesagte richtig ist, eine sehr ausgeprägte Geltung, einen sehr unwandelbaren Character nicht zuschreiben dürfen. Schwerlich würde, hätte er diese Eigenschaften besessen, im Verseingang des Veda die rhythmische Variabilität, die wir dort beobachten, sich entwickelt haben;